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Praxisnachrichten

Ost-West-Gefälle bei Grippeimpfungen - KV-Daten erlauben wichtige Schlussfolgerungen

07.03.2019 - Bei Grippeimpfungen ist das Ost-West-Gefälle nach wie vor besonders stark. Dagegen liegen die westlichen Bundesländer bei der Masern-Immunisierung im Kleinkindalter mit leichtem Abstand vorn. Das sind Ergebnisse der KV-Impfsurveillance, welche den Impfstatus der Bevölkerung zeigen und aus denen sich Handlungsempfehlungen ableiten lassen.

Vor 15 Jahren war am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin in Kooperation mit allen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) mit der KV-Impfsurveillance begonnen worden, ohnehin vorliegende Abrechnungsdaten der KVen für epidemiologische Fragestellungen der Impfprävention zu nutzen und zeitnah auszuwerten. Bis dahin wurde die bundesweite Routineerhebung von Impfquoten ausschließlich in den Schuleingangsuntersuchungen durchgeführt. Damit waren die ermittelten Impfquoten auf das Einschulungsalter beschränkt gewesen.

RKI plant zwei Berichte

Das RKI wird ab diesem Jahr den Berichtsmodus der KV-Impfsurveillance zu Impfquoten erweitern. An die Stelle eines einzelnen Jahresberichts werden für eine differenziertere Betrachtung zwei separate Berichte treten: ein Bericht zur Impfung von Kindern und Jugendlichen mit den Schwerpunkten Masern, Rotaviren und humane Papillomviren sowie ein Bericht zu Standard-Erwachsenen-Impfungen wie Influenza und Pneumokokken.

Gezielt gegen Impflücken vorgehen

Der Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) wertet ebenso Daten der KVen aus. „Anhand der Rückschlüsse aus den anonymisierten Abrechnungsdaten der KVen kann beispielsweise gezielt dort, wo sich Impflücken auftun, für die Immunisierung geworben und die Aufklärung unterstützt werden“, erläutert Dr. Jörg Bätzing vom Versorgungsatlas. „Das können Regionen sein, in denen die Impfquoten niedrig liegen, oder auch bestimmte Personengruppen, für die eine Immunisierung besonders wichtig ist.“

Sicherheit von Impfstoffen bewerten

Für die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts ist die Auswertung der Daten insofern bedeutend, weil sie Aufschluss über die Umsetzung ihrer Empfehlungen geben. Mit den Ergebnissen zur Inanspruchnahme können die öffentlich empfohlenen Impfungen evaluiert werden. Die KV-Impfsurveillance erlaubt darüber hinaus die Berechnung von Impfstoff-Wirksamkeiten. Zudem können ihre Untersuchungen dazu beitragen, die Sicherheit von Impfstoffen zu bewerten.

Deutliche regionale Unterschiede

Für die Bundesländer sind die Ergebnisse ebenso von Interesse. Sind doch regionale Unterschiede deutlich erkennbar und zeigen, wo die zuständigen Behörden aktiv und mit Informationen unterstützt werden müssen.

Dazu nennt Bätzing als Beispiel Auswertungen des Versorgungsatlas wie die Influenzaimpfung ab dem Lebensalter von 60 Jahren: Während in den östlichen Bundesländern die Impfquote in der Influenza-Saison 2013/2014 durchschnittlich bei knapp 53,8 Prozent lag, betrug diese im Westen des Landes lediglich 32,8 Prozent.

Bei der Grippeimpfung in der Schwangerschaft, die vom Versorgungsatlas näher untersucht wurde, lagen die Impfquoten 2014 in Bayern bei 5,5 Prozent, in Sachsen-Anhalt dagegen bei 20,3 Prozent. Etwas anders verhält es sich bei der Masern-Zweitimpfung bis zum Ende des zweiten Lebensjahres. Da liegen nach Auswertungen des Versorgungsatlas die Impfraten des Geburtsjahrganges 2012 in Schleswig-Holstein mit 66,9 Prozent etwas höher als in Mecklenburg-Vorpommern mit 62,7 Prozent.

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