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Praxisnachrichten

Darmkrebsfrüherkennung angepasst

Hofmeister: Früherkennung kann Darmkrebs verhindern

07.03.2019 - Anlässlich des Darmkrebsmonats März hat KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister auf die Bedeutung der Früherkennung hingewiesen. Durch die Möglichkeit der Vorsorge-Koloskopie werden jedes Jahr mehrere tausend Darmkrebsfälle verhindert, sagte Hofmeister in einem Interview mit KV-on.

Nach Erkenntnissen des Deutschen Krebsforschungszentrums konnten in den ersten zehn Jahren nach Einführung des Früherkennungsprogramms im Jahr 2002 rund 180.000 Darmkrebsfälle verhütet werden. In 40.000 Fällen wurde das Karzinom in einem so frühen Stadium erkannt, dass es noch sehr gut zu behandeln war. Insgesamt wurden in den zehn Jahren 4,4 Millionen präventive Darmspiegelungen durchgeführt.

Noch bessere Aufklärung notwendig

Obwohl durch die Untersuchung Krebs sogar verhindert werden kann, wird sie noch nicht ausreichend in Anspruch genommen. Deshalb werde die Darmkrebs-Früherkennung nun als Screeningprogramm etabliert, „das heißt es gibt ein Recht der Patienten darauf und es gibt eine Informationspflicht auch für die Krankenkassen“.

In diesem Zusammenhang kommt Hofmeister zufolge vor allem Hausärzten, Gynäkologen und Urologen eine bedeutende Rolle zu. Die KBV werde zur Unterstützung Infomaterial bereitstellen.

Dazu gehört unter anderem eine Patienteninformation mit kompakten Fakten zum Screening. Für Ärzte plant die KBV, die Details zum organisierten Programm zur Darmkrebs-Früherkennung in einer Praxisinformation zusammenzutragen.

Organisiertes Screeningprogramm

Neu in dem organisierten Screeningprogramm ist unter anderem, dass Männer künftig bereits ab 50 Jahren Anspruch auf eine präventive Koloskopie haben. Hintergrund ist, dass sie früher ein höheres Risiko als Frauen haben, an Darmkrebs zu erkranken. Bei Frauen bleibt die Altersgrenze für die Koloskopie bei 55 Jahren. Der Stuhltest ist weiterhin Bestandteil des Programms.

Zudem erhalten anspruchsberechtigte Versicherte ab Mitte des Jahres eine Einladung zur Früherkennung auf Darmkrebs von ihrer Krankenkasse. Damit soll erreicht werden, dass mehr Menschen das Angebot nutzen.

G-BA beschloss 2018 neue Richtlinie

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte dazu 2018 eine neue Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme beschlossen und Details zum Darmkrebs-Screening vereinbart.

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