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Praxisnachrichten

Warnung vor Risiken bei Fluorchinolon-Antibiotika

11.04.2019 - In Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur haben Pharmakonzerne über die Risiken bei Anwendung von Fluorchinolon-haltigen Antibiotika informiert. Die lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen betreffen vor allem den Bewegungsapparat und das Nervensystem.

In Deutschland zugelassen sind die Fluorchinolone Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte das Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden Nebenwirkungen bewertet. In einem Rote-Hand-Brief weisen Pharmakonzerne darauf hin und geben wichtige Empfehlungen.

Vorsicht ist geboten

Darin wird geraten, die betreffenden Antibiotika nur noch in Ausnahmefällen zu verschreiben und auch dann im Einzelfall immer sorgfältig das Risiko-Nutzen-Verhältnis zu prüfen. Nicht angewendet sollten die Fluorchinolon-haltigen Antibiotika unter anderem zur Behandlung von nichtbakteriellen und selbstlimitierenden Infektionen wie akute Bronchitis und Tonsillitis. Zudem wird bei leichten bis mittelschweren Infektionen von der Anwendung abgeraten – es sei denn, andere Antibiotika werden als ungeeignet erachtet.

Vorsicht ist unter anderem bei älteren Menschen und Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion geboten. Auch sollte die gleichzeitige Behandlung mit Kortikosteroiden vermieden werden.

Drug Safety Mails informieren komprimiert

Zusammengefasst können sich Ärzte über aktuelle Erkenntnisse zu Arzneimittelrisiken durch die Drug Safety Mails der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informieren, die insbesondere auf den Rote-Hand-Briefen basieren und hier abonniert werden können.

Mit Rote-Hand-Briefen informieren pharmazeutische Unternehmen über neu erkannte Arzneimittelrisiken, die eine Änderung der Verschreibungspraxis notwendig machen. Die Kennzeichnung mit dem Symbol der „roten Hand“ geht auf eine Initiative des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie 1969 zurück.

Drug Safety Mails

Mit den von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) regelmäßig veröffentlichten Drug Safety Mails sind Mediziner immer auf dem neuesten Stand.

Die Drug Safety Mails funktionieren wie ein flexibles Warnsystem. Sie informieren zeitnah über Rote-Hand-Briefe sowie andere aktuelle Erkenntnisse zur Arzneimittelsicherheit einschließlich Rückrufen von Arzneimitteln, wenn diese für den praktisch tätigen Arzt relevant sind. Dazu beobachtet die AkdÄ Medien zur Arzneimittelsicherheit, filtert wichtige Informationen heraus und bringt sie in eine Form, die für den Drug Safety Newsletter geeignet ist.

Ärzte können sich hier für die Drug Safety Mails anmelden und erhalten die neuesten Informationen zu Arzneimitteln kostenfrei und automatisch per E-Mail.

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