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Arzneimittelinformationssystem: KBV fordert Mehrwert für Ärzte

11.04.2019 - Als Schritt in die richtige Richtung wertet die KBV den aktuellen Referentenentwurf für die Elektronische Arzneimittelinformationen-Verordnung, bleibt aber hinsichtlich des Mehrwerts für die Vertragsärzte kritisch. Auch fehlt noch eine Finanzierungsregelung, damit Ärzte nicht für die Mehrkosten infolge der Anpassung der Praxisverwaltungssoftware aufkommen müssen.

Der neue Referentenentwurf greift Forderungen der KBV auf. Unter anderem ist nun eine längere Frist für die Einführung des Arzneimittelinformationssystems (AIS) vorgesehen – bis Ende Juni 2020. Im Vergleich zum ersten Entwurf enthält die aktualisierte Fassung zudem weniger Vorgaben für die abzubildenden Inhalte in der Verordnungssoftware. Die KBV hält das allerdings noch nicht für ausreichend, denn die Inhalte dürfen nicht überfrachtet werden, wenn sie für die Ärzte einen Mehrwert haben sollen.

Nutzenbewertungen sind Momentaufnahmen

Ziel der Rechtsverordnung ist, Ärzte zukünftig direkt in der Verordnungssoftware über die Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln zu informieren und dadurch evidenzbasierte Therapieentscheidungen zu fördern.

Dabei ist aus Sicht der KBV zu beachten, dass es sich bei den Nutzenbewertungen um Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Beschlussfassung des Gemeinsamen Bundesausschusses handelt, die durch die Weiterentwicklung im Therapiegebiet möglicherweise nur für kurze Zeit relevant sind. Das müsse sich bei der Ausgestaltung des Informationssystems widerspiegeln, damit den Ärzten keine irreführenden Informationen angezeigt werden.

Krankenkassen sollen Mehrkosten übernehmen

Generell müssen die neuen elektronischen Arzneimittelinformationen verständlich und praxisnah aufbereitet sein, damit sie ihren Zweck erfüllen. Denn die Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans hat gezeigt, dass Anpassungen der Praxissoftware mit Mehrkosten verbunden sind.

Die KBV pocht deshalb auf eine Finanzierungsregelung mit den gesetzlichen Krankenkassen und fordert dies in der aktuellen Stellungnahme zum geplanten Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung. Auf keinen Fall sollen die Ärzte die Mehrkosten für das gesetzlich gewollte AIS tragen müssen.

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