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Praxisnachrichten

Check-up 35 wird Gesundheitsuntersuchung

Hintergründe zum neuen Check-Up

11.04.2019 - Die neu gestaltete Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene wurde vor knapp zwei Wochen eingeführt. KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister erläutert im Video-Interview die Hintergründe für die Anpassungen vor allem des Untersuchungsintervalls.

Dass Patienten ab 35 Jahren nunmehr nur noch alle drei statt alle zwei Jahre Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung haben, sei ein Kompromiss gewesen, erläuterte Hofmeister. Die KBV habe im Gemeinsamen Bundesausschuss gefordert, dass der Zwei-Jahres-Rhythmus bestehen bleibe, konnte sich aber damit nicht durchsetzen. „Leider haben Fachgesellschaften hier auch zu wenig Evidenz gefunden und es wurde verlangt, fünf Jahre als Frist zu nehmen.“

Forderung des Gesetzgebers

Hofmeister wies darauf hin, dass die Überarbeitung auf eine Forderung des Gesetzgebers zurückgehe. Dieser habe mit dem Präventionsgesetz klar vorgegeben, dass die Inhalte und auch die Untersuchungszeiträume geändert werden müssten.

„Wir haben uns schließlich auf drei Jahre einigen können“, sagte der KBV-Vize. Zudem könnten jetzt auch schon Frauen und Männer zwischen 18 und 35 Jahre einmal die Untersuchung in Anspruch nehmen.
Eine weitere Änderung, die auch im Gesetz gefordert wurde, sei, dass jetzt mehr Wert auf Beratung gelegt werde. Anpassungen habe es zudem im Labor gegeben, so sei zum Beispiel das Lipid-Spektrum auf Cholesterin-Triglyceride erweitert worden.

Hofmeister betonte, dass die Kosten entsprechend angepasst wurden. Bei der Untersuchung von 32,79 Euro auf 34,63 Euro, im Labor von 25 Cent auf 1,00 Euro, sodass die Aufwände abgebildet seien. Zudem sei die Dokumentation auf dem Formular 30 entfallen. Ärzte müssten nur im Praxisverwaltungssystem dokumentieren.

Keine pauschalen Honorareinbußen

Angesichts der Befürchtungen einiger Ärzte, durch den neuen Rhythmus beim Check-up Honorareinbußen hinnehmen zu müssen, verwies Hofmeister darauf, dass bisher nur 25 Prozent der Anspruchsberechtigten alle zwei Jahre zur Untersuchung kämen. Allein dadurch reduziere sich der Ausfall ganz erheblich. Zudem sei die Punktwertsumme aufgewertet worden. „Und“, so Hofmeister, „die 18- bis 35-Jährigen waren bisher nicht dabei, sodass wir davon ausgehen, dass das Gesamthonorar für diesen Bereich im Grunde gleich bleiben wird.“

Kritik von Praxen hatte es in den vergangenen Tagen vor allem an der Umsetzung geben: Ohne Übergangsfrist hätten bereits vereinbarte Termine wieder abgesagt werden müssen. Es ist am Ende doch noch gelungen, mit dem GKV-Spitzenverband eine Übergangslösung zu vereinbaren. Danach ist es möglich, dass für Versicherte, bei denen im Jahr 2017 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt wurde, die Wiederholungsuntersuchung bis zum 30. September 2019 terminiert sein kann (die PraxisNachrichten berichteten).

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