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Qualitätsbericht zeigt: Ambulante Versorgung auf hohem Niveau

18.04.2019 - Das hohe Niveau der ambulanten medizinischen Versorgung zeigt der jetzt erschienene Qualitätsbericht der KBV. Darin wird deutlich, dass die Qualitätssicherung bei den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten einen wichtigen Stellenwert hat.

„Ganz gleich, ob es um die HIV-Versorgung geht, in der rund 300 Ärzte bundesweit tätig sind, oder um die Durchführung von Ultraschalluntersuchungen, die jeden zweiten Niedergelassenen betreffen: Es handelt sich in allen Fällen um eine systematische Qualitätsarbeit, von der vor allem die gesetzlich krankenversicherten Patienten profitieren“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

Im Berichtsjahr 2017 haben die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Behandlungsqualität bei mehr als 14.000 Ärzten stichprobenartig überprüft und damit deutlich häufiger als im Vorjahr. Dazu wurden 136.000 Patientendokumentationen zufällig ausgewählt. Die Ergebnisse sind im Qualitätsbericht dokumentiert.

Über 14.000 Stichproben

Bundesweit fanden zudem knapp 14.000 Geräteprüfungen, vornehmlich im Bereich Ultraschall statt. Zusätzlich wurden zur Qualitätssicherung der Koloskopie neben der Überprüfung von Dokumentationen und der Einhaltung von Frequenzvorgaben mehr als 4.000 Hygieneprüfungen durchgeführt.

In der ambulanten Versorgung gelten für rund 50 Leistungsbereiche besondere Qualitätsanforderungen. Dazu gehören ambulante Operationen, Ultraschall-, Strahlen- und Röntgendiagnostik, Schmerztherapie und invasive Kardiologie. Ärzte, die Kassenpatienten diese Leistungen anbieten wollen, müssen bestimmte fachliche, räumliche oder gerätetechnischen Vorgaben erfüllen, um eine Abrechnungsgenehmigung zu erhalten.

Zum Ende des Berichtsjahres hielten die Ärzte und Psychotherapeuten rund 283.000 Genehmigungen zu verschiedenen Leistungsbereichen – von Akupunktur bis zytologische Untersuchung der Zervix. In insgesamt 410 Fällen wurde die Genehmigung widerrufen, weil zum Beispiel wichtige Vorgaben wie spezielle Fortbildungs- und Leistungsnachweise nicht erfüllt waren.

QM-Instrumente viel genutzt

Die KVen haben mit Unterstützung der KBV außerdem den Status des Qualitätsmanagements (QM) in den Praxen und Medizinischen Versorgungszentren erhoben. Ausgewertet wurde eine zufällige Stichprobe von gut 3.000 Niedergelassenen, das entspricht 2,5 Prozent aller Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten.

Zu den QM-Maßnahmen, die flächendeckend Anwendung finden, gehören beispielsweise ein Risiko- und Fehlermanagement, OP-Checklisten bei Operateuren und die systematische Patienteninformation und -aufklärung. „Die Erhebung hat einmal mehr gezeigt, dass QM in der ambulanten Versorgung ‚gelebt‘ wird“, fasst Kriedel zusammen.

Daten stärker visualisiert

Der aktuelle Bericht legt besonderen Wert auf die Visualisierung von Daten und Abläufen. Ergebnisse und Kennziffern lassen sich beim Lesen so schneller erfassen. Die Texte bieten darüber hinaus eine weitergehende Erörterung und Einordnung.

Kennzahlen der Qualitätssicherung im Jahr 2017

  • An der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte und Psychotherapeuten: 172.647
  • Genehmigungen zu verschiedenen Bereichen: 283.218
  • Stichproben- / Dokumentationsprüfungen: 14.126
  • Geprüfte Patientendokumentationen: 136.651
  • Frequenzüberprüfungen: 4.502
  • Fortbildungen gemäß spezieller Qualitätssicherungsvorgaben: 16.763
  • Gerätebezogene Prüfungen: 13.975
  • Hygieneprüfungen: 4.023
  • Widerrufe wegen Wegfall der Qualifikationsvoraussetzungen: 267
  • Widerrufe wegen negativer Prüfergebnisse: 153

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