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Zukünftig digital: Rezept und AU-Bescheinigung

KBV fordert einfaches Verfahren für elektronische AU-Bescheinigung und eRezept

02.05.2019 - Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und das eRezept müssen aus Sicht der KBV vereinfacht werden. Beide könnten helfen, die Bürokratie in den Praxen abzubauen, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel in einem KV-on-Interview. Allerdings ließen ihn die bisherigen Pläne daran zweifeln.

Wenn beispielsweise die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) digitalisiert nur zu den Krankenkassen gehe und dann in Papierform an den Arbeitgeber weitergegeben werde, „ist das keine Erleichterung für die Arztpraxis, sondern doppelter Aufwand“, kritisierte Kriedel. „Das ist keine Digitalisierung, wie wir sie uns vorstellen.“

Beim elektronischen Rezept ist es Kriedel zufolge „auch nicht ganz so einfach, weil wir weiterhin für verschiedene Konstellationen Papierrezepte brauchen werden“. Die KBV fordere deshalb „die entscheidenden Gremien auf, noch einmal darüber nachzudenken, ob man diese Dinge nicht vereinfachen kann“.

Digital oder Papier beim eRezept

Nach Vorstellung der KBV sollte es bei der elektronischen AU-Bescheinigung eine durchgängige Weiterleitung an den Arbeitgeber geben. „Solange das nicht möglich ist, weil da das Bundesarbeitsministerium auch noch etwas zu sagen hat, sollte diese Umstellung zurückgestellt werden“, forderte Kriedel.

Beim elektronischen Rezept geht es nach den Worten des KBV-Vorstands um eine Entweder-Oder-Lösung. „Entweder der Patient möchte ein Papierrezept, komplett, oder er möchte die Digitalisierung nutzen, dann bitte aber auch komplett, ohne zusätzlichen Papierausdruck eines QR-Codes.“

Elektronische Signatur zu aufwendig

Ein Problem sieht Kriedel zudem in der qualifizierten elektronischen Signatur, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Das Signaturverfahren sei bei der Vielzahl der Rezepte „nicht sehr anwenderfreundlich“ und viel zu zeitaufwendig.

Die KBV setzt sich für eine praktikable Lösung ein, die das Signaturverfahren in der Praxis möglichst einfach, aber trotzdem sicher gestaltet. Kriedel: „Wir erwarten, dass in der gematik eine Lösung gefunden wird, die es dem Arzt ermöglicht, eine Art Stapelsignatur zu machen oder eine andere vereinfachte Form.“

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