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Gassen plädiert für Sanktionen bei nicht abgesagten TSS-Terminen

02.05.2019 - Für Patienten, die mehrfach unentschuldigt einen von der Terminservicestelle vermittelten Termin versäumen, sollte es aus Sicht der KBV Sanktionen geben. „Das können wir nicht einfach hinnehmen, schließlich fehlt die reservierte Behandlungszeit anderen Patienten“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.

Wer mehrfach Arzttermine nicht einhalte, könnte Gassen zufolge für ein oder zwei Jahre von der Vermittlung ausgeschlossen werden. „Möglich wäre auch, dass die Ärzte die entgangenen Zuschläge in Rechnung stellen und die Kassen sich das Geld dann vom Versicherten zurückholen“, betonte der KBV-Chef in einem Interview mit RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Termingarantie verlangt Termintreue

„Durch die Terminservicestellen werden wir erstmals eine genaue Statistik erhalten“, denn in der Datenbank sei erkennbar, wenn ein Patient ständig Termine unentschuldigt verpasse, sagte Gassen und fügte hinzu: „Vielleicht ist das Problem gar nicht so groß. Vielleicht ist es aber größer als wir denken.“

Sollte letzteres der Fall sein, komme der Gesetzgeber gar nicht mehr daran vorbei, Sanktionen einzuführen, betonte der KBV-Chef. „Es kann nicht sein, dass nur den Ärzten Verpflichtungen auferlegt werden. Die von uns eingeforderte Termingarantie verlangt Termintreue auf Seiten der Patienten.“

Zahl der TSS-Patienten „verschwindend gering“

Die Terminservicestellen haben im vergangenen Jahr nach Angaben der KBV rund 222.000 Termine vermittelt. „Gemessen an der Zahl von einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten jährlich ist der Anteil der Patienten, die keinen Termin finden und sich daher an die Servicestellen wenden, verschwindend gering“, resümierte Gassen.

Lediglich in 159 Fällen (0,07 Prozent) konnten die Terminservicestellen nicht innerhalb der vorgeschriebenen vier Wochen einen Termin vermitteln. „In derartigen Fällen handelt es sich in der Regel um Termine bei seltenen Spezialisten. Die gibt es dann im Krankenhaus vor Ort auch nicht, sondern ohnehin nur in Universitätskliniken.“

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz, das Anfang Mai in Kraft treten soll, werden die Terminservicestellen weiter ausgebaut. So sollen sie demnächst auch Termine bei Hausärzten vermitteln.

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