Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Melden von Nebenwirkungen: Leitfaden für Ärzte entwickelt

16.05.2019 - Nebenwirkungen von Medikamenten können gravierende Folgen haben. Das Melden von Nebenwirkungen durch Ärzte trägt dazu bei, Arzneimittel sicherer zu machen. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hat daher einen kompakten Leitfaden für Ärzte entwickelt.

Berichte über Nebenwirkungen seien wichtig, um frühzeitig Informationen über mögliche Risiken eines Arzneimittels unter Alltagsbedingungen zu erhalten, betont die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Nur dann könnten auch zeitnah Maßnahmen zur besseren Sicherheit eingeleitet werden.

Der von der Arzneimittelkommission erarbeitete Leitfaden (PDF, 190 KB) informiert, welche Nebenwirkungen gemeldet werden sollten, welche Daten eine Meldung enthalten soll und was damit geschieht. Auch werden Empfehlungen zum Datenschutz und zur ärztlichen Schweigepflicht bei Nebenwirkungsmeldungen gegeben.

Es sollen vor allem die Nebenwirkungen gemeldet werden, die aus Sicht der behandelnden Ärzte relevant erscheinen. Dabei reicht ein Verdacht, dass ein Zusammenhang mit dem eingenommenen Arzneimittel besteht. Die Schwelle einer derartigen Meldung ist bewusst niedrig gehalten.

Von besonderem Interesse sind aber auch Nebenwirkungen, die nicht in der Produktinformation aufgeführt sind sowie von Arzneimitteln, die weniger als fünf Jahre auf dem Markt sind.

Jeder Nebenwirkungsfall wird berücksichtigt

Die AkdÄ bewertet jede gemeldete Nebenwirkung. Ausgewählte Fälle werden in Konferenzen diskutiert, bei denen medizinische Experten, Vertreter der zuständigen Behörden und der Giftnotrufzentralen anwesend sind.

Jeder Fallbericht wird nach internationalem Standard elektronisch erfasst und codiert und pseudonymisiert an ein Netzwerk von nationalen und internationalen Institutionen weitergegeben. Dadurch ist sichergestellt, dass jede gemeldete Nebenwirkung berücksichtigt wird.

Meldeformulare auf der Website der AkdÄ

Formulare zum Melden von unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind auf der Website der AkdÄ hinterlegt. Ärzte können Daten in ein Online-Formular eingeben, das dann über ein sicheres Verfahren verschlüsselt übertragen wird. Alternativ kann der ausgefüllte Berichtsbogen per E-Mail, Fax oder Post an die AkdÄ gesendet werden.

Drug Safety Mails informieren Ärzte schnell über Risiken

Um Mediziner schnell über aktuelle Erkenntnisse der Arzneimittelsicherheit zu informieren, veröffentlicht die AkdÄ bei aktuellen Anlässen die Drug Safety Mails. Diesen Newsletter gibt es bereits seit zehn Jahren.

Er funktioniert wie ein flexibles Warnsystem. Ärzte können sich hier für die Drug Safety Mails anmelden und erhalten die neuesten Informationen zu Arzneimitteln kostenfrei und automatisch per E-Mail.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) ist ein wissenschaftlicher Fachausschuss der Bundesärztekammer. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die pharmazeutische Industrie entstand und begann, für ihre Produkte zu werben, wurde 1911 auf dem Kongress für Innere Medizin der Grundstein für die AkdÄ gelegt. Die Aufgabe der seinerzeit berufenen Kommission ist es, die Ärzteschaft durch Mediziner unabhängig und objektiv zu informieren.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten