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Praxisnachrichten

Neues DMP chronischer Rückenschmerz auf den Weg gebracht

23.05.2019 - Für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen wird jetzt ein neues Disease-Management-Programm aufgelegt. Die inhaltlichen Anforderungen hatte der Gemeinsame Bundesausschuss kürzlich beschlossen.  Seit Einführung dieser strukturierten Behandlungsprogramme vor über 15 Jahren nehmen aktuell sieben Millionen Menschen daran teil.

Bei den nunmehr beschlossenen Anforderungen für das neue Disease-Management-Programm (DMP) chronischer Rückenschmerz wurden unter anderem Teilnahmekriterien, Empfehlungen zur individuellen Therapieplanung sowie zur Koordination der verschiedenen, am Behandlungsprozess beteiligten Fachrichtungen festgelegt.

Voraussetzung: Keine spezifischen Ursachen

Voraussetzung  für die Teilnahme an dem neuen DMP sind chronische, länger als zwölf Wochen andauernde Kreuzschmerzen mit deutlichen Aktivitätseinschränkungen, die auf leitliniengerechte Behandlung nicht angesprochen haben. Zudem sollen keine spezifischen Ursachen für den Kreuzschmerz vorliegen – wie Wirbelkörperfrakturen, rheumatische Erkrankungen oder ein Tumor im Bereich der Wirbelsäule. Dann ist das Einschreiben in das DMP nicht möglich, da die Behandlung der ursächlichen Erkrankung im Vordergrund steht.

Multimodale Schulungen

Die KBV konnte für das DMP die Aufnahme von ambulanten multimodalen Schulungsprogrammen durchsetzen, da sich solche Angebote neben der Empfehlung zur körperlichen Aktivität als wirksamste Maßnahme bei chronischem Kreuzschmerz erwiesen haben. Diese Schulungen enthalten mindestens ein psychisch und ein somatisch orientiertes Modul und sind aktiv übend zu gestalten. Jeder DMP-Patient soll Zugang zu einer solchen Schulung erhalten.

Ministerium prüft DMP-Beschluss

Das Bundesgesundheitsministerium hat nunmehr zwei Monate Zeit, den Beschluss des G-BA  zu prüfen. Bei Nichtbeanstandung treten die Anforderungen am ersten Tag des auf die Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals in Kraft.

Dann können die regionalen Partner Verträge zum neuen DMP vereinbaren. Die technische Umsetzung der Dokumentation wird zeitnah zur Inkraftsetzung vorbereitet.  Die Softwarehersteller benötigen in der Regel sechs Monate für die Umsetzung.

Fakten zu den Disease-Management-Programmen

  • Ein Disease-Management-Programm (DMP) ist eine spezielle Organisationsform zur medizinischen Behandlung und Betreuung chronisch kranker Menschen.
  • DMP sollen die Versorgungsqualität verbessern durch einheitliche, wissenschaftlich gesicherte Vorgaben und Empfehlungen hinsichtlich Diagnostik und Therapie, eine intensive ärztliche Kooperation und die Stärkung der Patientenkompetenz.
  • Die behandelnden Ärzte verpflichten sich zur Kooperation und dokumentieren den Behandlungsverlauf und die -ergebnisse für ihre Patienten – auf dieser Datenbasis erhalten sie regelmäßig Feedback-Berichte zu ihren Patienten.
  • Jedes DMP gibt spezifische Qualitätsziele zur medizinischen Betreuung der Patienten vor.

Bislang gibt es bundesweit Behandlungsprogramme für Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Diabetes Typ 1 und 2, koronare Herzkrankheit (KHK) und Brustkrebs sowie seit kurzem für Herzinsuffizienz.

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