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Praxisnachrichten

Gebärmutterhalskrebs: Programm zur Früherkennung startet 2020

06.06.2019 - Der Beschluss für ein organisiertes Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen tritt zum 1. Juli in Kraft, sodass es zum 1. Januar 2020 starten kann. Bis dahin müssen KBV und GKV-Spitzenverband noch Vergütungsdetails regeln und Maßnahmen zur Qualitätssicherung für die Abklärungskolposkopie festlegen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte 2018 beschlossen, dass die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs ab 2020 als organisiertes Programm erfolgt (die PraxisNachrichten berichteten). Genau wie das Darmkrebsscreening wird es nach dem Krebsfrüherkennungs- und ‑registergesetz aufgebaut.

Laut Beschluss des G-BA ist vorgesehen, dass das Programm am 1. Januar 2020 starten kann. Die Hersteller der Praxissoftware haben bis dahin Zeit, ihre Systeme entsprechend anzupassen, damit die am Programm teilnehmenden Gynäkologen, Zytologen und Laborärzte die Leistungen elektronisch dokumentieren können.

Neuerungen durch das Programm

Neu ist ab 1. Januar 2020 unter anderem, dass Frauen ab 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch auf ein kombiniertes Screening aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test haben (Ko-Test). Die zytologische Untersuchung kann künftig auch mittels Dünnschichtverfahren durchgeführt werden.

Das Vorgehen zur Abklärung von auffälligen Befunden ist ebenfalls in der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme geregelt. So kann der Ko-Test wiederholt werden oder eine Abklärungskolposkopie erfolgen, die als neue Leistung eingeführt wird.

Für die Abklärungskolposkopie wird es Maßnahmen zur Qualitätssicherung geben, die sich im Wesentlichen an den bestehenden Maßnahmen für die Kolposkopie orientieren. Hierüber werden die PraxisNachrichten in einer der nächsten Ausgaben informieren.

Regelmäßige Einladung

Das Programm sieht vor, dass die Krankenkassen anspruchsberechtigte Frauen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren alle fünf Jahre zur Untersuchung einladen. Eine Altersobergrenze für die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs besteht nicht.

Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren haben wie bisher Anspruch auf eine zytologische Untersuchung jährlich. Unabhängig vom Screening auf Gebärmutterhalskrebs haben Versicherte weiterhin jährlich Anspruch auf eine klinische Untersuchung (s. Infokasten).

Dokumentation durch Vertragsärzte

Vertragsärzte werden durch das neue Programm verpflichtet, die Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen und der Abklärungsdiagnostik elektronisch zu dokumentieren. Das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) veröffentlicht zum 1. Juli 2019 die technischen Spezifikationen für die Dokumentation. Diese sind notwendig, damit die Softwarehersteller ihre Systeme anpassen und die am Programm teilnehmenden Gynäkologen, Zytologen und Laborärzte die Leistungen auch dokumentieren können.

Bestimmte Daten müssen die teilnehmenden Ärzte außerdem quartalsweise verschlüsselt an die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung übermitteln. Zur Evaluation des Programms ist auch ein Abgleich mit Daten der Krebsregister vorgesehen. Die Details hierzu werden noch festgelegt.

Überblick: Organisiertes Screening auf Zervixkarzinome ab 2020

  • Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs haben Frauen erstmals im Alter von 20 Jahren, eine Altersobergrenze besteht nicht.

    Im Alter von 20 bis 34 Jahren gehört dazu jährlich eine zytologische Untersuchung (Abstrich).

    Im Alter von 35 Jahren (ohne Altersobergrenze) ist ein kombiniertes Screening vorgesehen, das aus zytologischer Untersuchung und Test auf humane Papillomviren besteht. Dieser sogenannte Ko-Test kann bei unauffälligen Ergebnissen alle drei Jahre erfolgen und bei geringen Auffälligkeiten nach einem Jahr wiederholt werden.
  • Bei auffälligen Befunden besteht bei allen teilnehmenden Frauen Anspruch auf eine Abklärungsdiagnostik. Diese neue Leistung umfasst unter anderem die Untersuchung mit Kolposkop, gegebenenfalls eine Biopsie und bei Notwendigkeit eine Kürettage sowie die entsprechende Beratung der Versicherten.
  • Unabhängig vom organisierten Screening auf Gebärmutterhalskrebs haben Frauen wie bisher jährlich Anspruch auf eine klinische Untersuchung.
  • Einladung der Krankenkasse: Im Alter von 20 bis 65 Jahren erhalten gesetzlich Versicherte künftig von ihrer Krankenkasse regelmäßig eine Einladung zur Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm. Anspruchsberechtigte Frauen können auch ohne eine solche Einladung zum Screening gehen.

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