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Praxisnachrichten

QS-Vereinbarung Abklärungskolposkopie - Gynäkologen können sich jetzt schon vorbereiten

27.06.2019 - Zum Start des organisierten Programms zur Früherkennung von Zervixkarzinomen am 1. Januar 2020 wird auch die Qualitätssicherungsvereinbarung zur Abklärungskolposkopie in Kraft treten.

Ein zentraler Punkt in diesem Programm ist die Abklärung auffälliger Screeningbefunde mittels Abklärungskolposkopie. Zur Sicherstellung eines flächendeckenden Angebots im Rahmen des Programms können sich potenziell interessierte Gynäkologen schon jetzt auf die erforderlichen Nachweise vorbereiten. Für eine Abrechnungsgenehmigung zur Abklärungskolposkopie, die mit dem Programm als neue Leistung eingeführt wird, müssen Gynäkologen bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Nachweis von 100 Kolposkopien

Die Vereinbarung sieht den Nachweis von mindestens 100 Kolposkopien mit abnormen Befunden von Portio, Vagina und Vulva vor. Davon müssen mindestens 30 histologisch gesicherte Fälle intraepithelialer Neoplasien oder invasiver Karzinome aus den letzten zwölf Monaten sein.

Um Gynäkologen, die bereits Kolposkopien durchgeführt haben, jetzt schon zu ermöglichen, den fachlichen Nachweis bis zur Antragstellung im Januar zu vervollständigen, wurde ein Musterformular „Persönlicher Einzelnachweis“ zur Erfassung der Untersuchungszahlen entwickelt. Das Formular erhalten interessierte Gynäkologen bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

Weitere Anforderungen

Zu weiteren Anforderungen gehört unter anderem der Nachweis der Teilnahme an einem achtstündigen Basiskolposkopiekurs und einem 14-stündigen Kurs für Fortgeschrittene. 

Zudem ist folgende apparative und räumliche Ausstattung vorgeschrieben: Das Kolposkop muss mindestens über zwei Vergrößerungsstufen zwischen 7- und 15-fach sowie über eine Lichtquelle verfügen. Hierbei müssen analoge Geräte eine direkte binokulare Befundung/Beurteilung ermöglichen. Digitale Geräte müssen in Bildqualität und Auflösung mindestens dem Standard der analogen Geräte entsprechen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte 2018 beschlossen, dass die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs ab 2020 als organisiertes Programm erfolgt. Genau wie das Darmkrebsscreening wird es nach dem Krebsfrüherkennungs- und ‑registergesetz aufgebaut.

Überblick: Organisiertes Screening auf Zervixkarzinome ab 2020

  • Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs haben Frauen erstmals im Alter von 20 Jahren, eine Altersobergrenze besteht nicht.

    Im Alter von 20 bis 34 Jahren gehört dazu jährlich eine zytologische Untersuchung (Abstrich).

    Im Alter von 35 Jahren (ohne Altersobergrenze) ist ein kombiniertes Screening vorgesehen, das aus zytologischer Untersuchung und Test auf humane Papillomviren besteht. Dieser sogenannte Ko-Test kann bei unauffälligen Ergebnissen alle drei Jahre erfolgen und bei geringen Auffälligkeiten nach einem Jahr wiederholt werden.
  • Bei auffälligen Befunden besteht bei allen teilnehmenden Frauen Anspruch auf eine Abklärungsdiagnostik. Diese neue Leistung umfasst unter anderem die Untersuchung mit Kolposkop, gegebenenfalls eine Biopsie und bei Notwendigkeit eine Kürettage sowie die entsprechende Beratung der Versicherten.
  • Unabhängig vom organisierten Screening auf Gebärmutterhalskrebs haben Frauen wie bisher jährlich Anspruch auf eine klinische Untersuchung.
  • Einladung der Krankenkasse: Im Alter von 20 bis 65 Jahren erhalten gesetzlich Versicherte künftig von ihrer Krankenkasse regelmäßig eine Einladung zur Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm. Anspruchsberechtigte Frauen können auch ohne eine solche Einladung zum Screening gehen.

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