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Praxisnachrichten

Zeiten für Plausibilitätsprüfung bei Psychotherapeuten angepasst

04.07.2019 - Bei der Plausibilitätsprüfung von Honorarabrechnungen werden für bestimmte psychotherapeutische Leistungen nun niedrigere Zeiten im Tagesprofil angesetzt. Der Bewertungsausschuss hat dazu den Anhang 3 des EBM, der die Prüfzeiten für die einzelnen Leistungen enthält, angepasst.

Hintergrund ist ein Urteil des Bundessozialgerichtes von 2018. Die Richter waren zu dem Ergebnis gelangt, dass bei psychotherapeutischen Leistungen eine die Kalkulationszeit übersteigende Prüfzeit im EBM für eine Prüfung nach Tagesprofilen ungeeignet sei, da Tätigkeiten wie Supervision und Reflexion  typischerweise nicht an einem festgelegten Arbeitstag anfielen. Für das Quartalsprofil wurde die Prüfzeit nicht beanstandet.

Neue Prüfzeit für das Tagesprofil

Der Bewertungsausschuss hat nunmehr festgelegt, dass bei der Erstellung eines Tagesprofils bei den betroffenen Leistungen auf die Kalkulationszeit zurückzugreifen ist – bei der biographischen Anamnese (GOP 35140) beispielsweise 60 Minuten statt bisher 70 Minuten. Für das Quartalsprofil gelten weiterhin die bisherigen Prüfzeiten, im vorliegenden Beispiel weiterhin 70 Minuten.

Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Plausibilitätsprüfung wird unter anderem geprüft, ob der Umfang der abgerechneten Leistungen bezogen auf den Tag (Tagesprofil) und auf das Quartal (Quartalsprofil) plausibel ist.

Als auffällig gilt ein Arzt oder Psychotherapeut, bei dem die ermittelte arbeitstägliche Zeit an mindestens drei Tagen im Quartal mehr als zwölf Stunden oder im Quartalszeitprofil (bei vollem Versorgungsauftrag) mehr als 780 Stunden beträgt. Festgestellte Auffälligkeiten ziehen weitere Überprüfungen nach sich.

 

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