Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Psychotherapie für Menschen mit geistiger Behinderung: Stundenkontingente im EBM angehoben

04.07.2019 - Für die ambulante psychotherapeutische Behandlung von Menschen mit geistiger Behinderung steht mehr Zeit zur Verfügung. Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Juli die neuen Stundenkontingente aus der Psychotherapie-Richtlinie in den EBM aufgenommen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte im vergangenen Jahr die Psychotherapie-Richtlinie angepasst und für Menschen mit einer Intelligenzminderung (ICD-10-GM: F70-F79) höhere Stundenkontingente für eine ambulante Psychotherapie aufgenommen (siehe Kasten).

Gleichzeitig wurde damit die Möglichkeit geschaffen, Bezugspersonen in die Therapie einzubeziehen, ohne dass dies zulasten des Stundenkontingents geht. Entsprechend wurde zwischenzeitlich auch die Psychotherapie-Vereinbarung angepasst. In der Kurz- und Langzeittherapie von Menschen mit geistiger Behinderung können nun zusätzliche Kontingente für die Einbindung von Bezugspersonen beantragt werden.

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) für die probatorische Sitzung (GOP 35150) sowie für die Psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151) mussten noch entsprechend im EBM angepasst werden. Dies ist mit dem aktuellen Beschluss des Bewertungsausschusses zum 1. Juli erfolgt.

 

Übersicht der neuen Kontingente für Menschen mit geistiger Behinderung

  • Psychotherapeutische Sprechstunde: bis zu zehn psychotherapeutische Sprechstunden-Einheiten à 25 Minuten je Krankheitsfall (insgesamt bis zu 250 Minuten) möglich (bisher: bis zu sechs Sprechstunden / bis zu 150 Minuten)
  • Probatorische Sitzungen: bis zu sechs probatorische Sitzungen in Einheiten à 50 Minuten je Krankheitsfall (insgesamt bis zu 300 Minuten) möglich (bisher: insgesamt bis zu vier Sitzungen / bis zu 200 Minuten)
  • Kurz- und Langzeittherapie: im Falle der Hinzuziehung von Bezugspersonen können zusätzliche Therapieeinheiten im Verhältnis von 1:4 zur Anzahl der Therapieeinheiten des Versicherten beantragt werden (z. B. bis zu 15 zusätzliche Therapieeinheiten bei einem Erstantrag auf Langzeittherapie mit 60 Therapieeinheiten).
  • Rezidivprophylaxe: im Falle der Hinzuziehung von relevanten Bezugspersonen können bei einer Behandlungsdauer von 40 oder mehr Stunden maximal zehn Stunden und bei einer Behandlungsdauer von 60 oder mehr Stunden maximal 20 Stunden für die Rezidivprophylaxe genutzt werden (bisher: maximal acht beziehungsweise 16 Stunden)

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten