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Praxisnachrichten

Patienten haben Anspruch auf eine Zweitmeinung - PraxisInfo erläutert die Details

04.07.2019 - Seit Anfang des Jahres können Patienten vor bestimmten Operationen eine zweite ärztliche Meinung einholen. Welche Aufgaben dabei Ärzte haben und wie die entsprechenden Tätigkeiten vergütet werden, erläutert die KBV in einer neuen Praxisinformation.

Das Zweitmeinungsverfahren geht auf eine gesetzliche Regelung zurück, nach der Versicherte vor bestimmten planbaren, besonders häufig durchgeführten Operationen Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung haben. Erste Eingriffe, für die das gilt, sind Mandeloperationen und Gebärmutterentfernungen. Weitere sollen folgen.

Im Fokus des Zweitmeinungsverfahrens steht die Beratung zur Notwendigkeit des geplanten Eingriffs und zu möglichen Behandlungsalternativen. Versicherten soll es damit leichter möglich sein, eine Entscheidung für oder gegen die Operation zu treffen. Die Einzelheiten dazu hat der Gemeinsame Bundesausschuss in einer Richtlinie festgelegt.  

Praxisinformation zu Aufgaben und Vergütung

Wie das Zweitmeinungsverfahren in der Praxis abläuft, erläutert die KBV in einer neuen PraxisInfo. Vorgestellt werden Umfang und Ziele der Zweitmeinung sowie die Aufgaben des indikationsstellenden Arztes („Erstmeiner“) und des Arztes, bei dem sich Patienten eine zweite Meinung einholen („Zweitmeiner“). So sind Erstmeiner verpflichtet, Patienten darauf hinzuweisen, dass sie vor dem Eingriff einen zweiten Arzt konsultieren können.

Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit der Qualifikation der Zweitmeiner. So benötigen Ärzte, die eine Zweitmeinung abgeben wollen, eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Grundsätzlich können sowohl Vertragsärzte, Krankenhausärzte als auch Privatärzte eine Erlaubnis erhalten. Krankenhaus- und Privatärzte benötigen zusätzlich eine Ermächtigung.

Die Praxisinformation gibt außerdem einen Überblick, welche Gebührenordnungspositionen Erst- und Zweitmeiner abrechnen können und wie diese vergütet werden. So wurde für die Aufklärung und Beratung zum Zweitmeinungsverfahren eine neue Gebührenordnungsposition in den EBM aufgenommen. Die Praxisinformation kann kostenlos als PDF-Dokument hier heruntergeladen werden.

Online-Suche Zweitmeinung

Um einen Arzt für eine Zweitmeinung zu finden, hat die KBV eine Online-Suche eingerichtet: www.116117.de/zweitmeinung. Dort kann gezielt nach Zweitmeinern für einen der beiden bisher möglichen Eingriffe gesucht werden.

 

Informationen für Patienten

Gesetzlicher Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung

Der Anspruch auf Zweitmeinung ist im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vom Juli 2015 verankert (§ 27b SGB V). Damit haben gesetzlich versicherte Patienten einen Rechtsanspruch auf Einholung einer unabhängigen ärztlichen Zweitmeinung bei bestimmten planbaren Eingriffen. Im Gesetz ist auch festgelegt, dass die Krankenkassen die Kosten tragen, die Ärzten durch die Bereitstellung von Befundunterlagen zur Zweitmeinung entstehen. Was genau bezahlt wird und wie die Abrechnung läuft, hat der Bewertungsausschuss zwischenzeitlich in einem Beschluss geregelt. Die Verfahrensregeln für die Zweitmeinung wurden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss in einer Richtlinie festgelegt.

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