Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Motorbetriebene Bewegungsschienen bleiben Kassenleistung

11.07.2019 - Der häusliche Einsatz motorbetriebener Bewegungsschienen nach Interventionen am Knie- oder Schultergelenk bleibt Kassenleistung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss festgelegt.

Laut Gesetz kann der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) prüfen, ob bestimmte vertragsärztliche Leistungen weiterhin zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert werden sollen. Auf Antrag des GKV-Spitzenverbandes hatte der G-BA eine solche Prüfung nun für den Einsatz motorbetriebener Bewegungsschienen nach Interventionen an Knie- und Schultergelenken durchgeführt.

Im Ergebnis hat der G-BA am 20. Juni beschlossen, dass motorbetriebene Bewegungsschienen (CPM / continuous passive motion) nach Interventionen am Knie- und Schultergelenk eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. Die CPM-Schienen werden entsprechend in die Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung aufgenommen.

Methode und Indikationsstellung

Motorbetriebene Bewegungsschienen dienen der passiven Bewegung am Knie- und Schultergelenk nach Verletzung oder Schädigung des Gelenks. Die infrage kommenden Geräte sind im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes unter der Nummer 32 „Therapeutische Bewegungsgeräte“ gelistet.

Der Einsatz der Bewegungsschienen kann sowohl im Rahmen einer konservativen Behandlung als auch nach operativen Eingriffen erfolgen. Voraussetzung ist, dass eine wesentliche funktionelle Beeinträchtigung eines Knie- oder Schultergelenkes vorliegt, bei der eine deutliche Verbesserung des alltagsrelevanten Bewegungsumfangs – trotz regelmäßiger Maßnahmen der physikalischen Therapie – nur durch die zusätzliche Anwendung einer motorbetriebenen Bewegungsschiene erreicht werden kann. Der Einsatz muss in ein entsprechendes Behandlungskonzept eingebunden sein.

Vorgaben zur Qualitätssicherung

Die Vorgaben zur Qualitätssicherung entsprechen den bereits bestehenden Vorgaben zum Einsatz der Schienen im Hilfsmittelverzeichnis. Daher ergeben sich keine Änderungen für die bestehende Versorgung.

Das Bundesministerium für Gesundheit prüft nun den Beschluss des G-BA. Dazu hat es zwei Monate Zeit. Wird der Beschluss nicht beanstandet, tritt er einen Tag nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten