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Praxisnachrichten

"SCID"-Screening bei Neugeborenen wird vergütet

11.07.2019 - Der Test auf schwere kombinierte Immundefekte ist seit 1. Juli Teil des Neugeborenen-Screenings. Der Bewertungsausschuss hat für das „SCID“-Screening die Vergütung festgelegt, sodass die Laboruntersuchung nunmehr abgerechnet werden kann.

Unter dem Begriff „schwerer kombinierter Immundefekt“ (Severe-Combined-Immunodeficiency, SCID) werden verschiedene Krankheiten zusammengefasst, denen eine angeborene schwere Störung des Immunsystems zugrunde liegt. Diese Immundefekte, die unbehandelt häufig zum Tod führen, sollen früher erkannt und dadurch besser behandelt werden können.

GOP 01724 höher bewertet

Das Erweiterte Neugeborenen-Screening nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01724 wurde deshalb um die labordiagnostische Untersuchung auf SCID erweitert. Für den zusätzlichen Untersuchungsumfang ist die Bewertung der bestehenden GOP 01724 um 74 Punkte auf 221 Punkte (23,95 Euro) erhöht worden.

Die Nutzenbewertung des SCID-Screenings hatte ergeben, dass die Sterblichkeit durch die Früherkennung gesenkt wird.

Früherkennung von 14 Krankheiten

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte Ende 2018 die Untersuchung auf SCID in die Kinder-Richtlinie aufgenommen. Mit der Regelung zur Vergütung steht der Test nunmehr als Kassenleistung bereit.

Das erweiterte Neugeborenen-Screening umfasst damit die Früherkennung von 14 Krankheiten. Dabei handelt es sich um angeborene Stoffwechseldefekte, endokrine Störungen und jetzt neu auch schwere Immundefekte bei Neugeborenen. Über die Aufnahme einer weiteren Untersuchung zur Früherkennung der spinalen Muskelatrophie (SMA) wird derzeit im Gemeinsamen Bundesausschuss beraten.

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