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Praxisnachrichten

Angebot in der ASV wächst weiter - Anlage zu Hämophilie in Kraft

11.07.2019 - Patienten mit Hämophilie können jetzt auch in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung behandelt werden. Damit wächst der interdisziplinäre Versorgungsbereich auf zwölf Indikationen.

Für die seltene Erkrankung Hämophilie können interessierte Ärzteteams seit Ende vergangener Woche ihre Teilnahme an der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) beim erweiterten Landesausschuss anzeigen. Denn seit 4. Juli ist die Anlage 2c zur ASV-Richtlinie, die Näheres zur neuen Indikation und ihrer Behandlung regelt, in Kraft.

Diese Ärzte können das Kernteam bilden

Die Teamleitung bei der Hämophilie können demnach Fachärzte für Innere Medizin (auch ohne Schwerpunktbezeichnung), Hämatoonkologen oder Transfusionsmediziner übernehmen – jeweils mit Zusatzweiterbildung Hämostaseologie. Zum Kernteam zählen darüber hinaus Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden, müssen Kinder- und Jugendmediziner im Kernteam vertreten sein – bevorzugt mit hämostaseologischer Expertise.

Rund 230 ASV-Teams im Einsatz

Deutschlandweit gibt es mittlerweile rund 230 interdisziplinäre Ärzteteams, die Patienten mit einer seltenen oder schweren Erkrankung behandeln. Die meisten Teams haben sich bislang zur Behandlung von Patienten mit gastrointestinalen Tumoren gebildet – im Jahr 2014 gestartet gibt es hier inzwischen 129 Teams (Stand: April 2019).

37 ASV-Teams kümmern sich um die Versorgung von Menschen mit Tuberkulose. Die Infektionskrankheit war die erste Indikation, die vor fünf Jahren in der ASV behandelt werden durfte. Damals war das Versorgungsangebot neu eingeführt worden mit dem Ziel, die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung von Patienten mit komplexen, schwer therapierbaren Krankheiten zu fördern.

Beratungen über weitere ASV-Indikationen

Inzwischen können Patienten mit verschiedensten Tumorerkrankungen, rheumatischen Erkrankungen sowie definierten seltenen Erkrankungen in der ASV behandelt werden. Aktuell berät der Gemeinsame Bundesausschuss über die Sarkoidose als weitere seltene Erkrankung für die ASV und über die Tumoren der Lunge und des Thorax.

ASV-Berechtigung: So können Ärzte mitmachen

Zur ASV berechtigt sind niedergelassene Fachärzte, Medizinische Versorgungszentren, Berufsausübungsgemeinschaften sowie ermächtigte Ärzte und Krankenhäuser, wenn sie die Anforderungen und Voraussetzungen der ASV-Richtlinie erfüllen. 

Ärzte und Krankenhäuser, die für eine bestimmte Indikation an der ASV teilnehmen wollen, zeigen dies dem erweiterten Landesausschuss als Team an (Übersicht der Landesausschüsse). Der Ausschuss prüft, ob die Teams und deren Mitglieder die Voraussetzungen erfüllen.

ASV-Indikationen

In der ASV können aktuell Patienten mit den folgenden Erkrankungen behandelt werden:

Besonderer Krankheitsverlauf

  • Hauttumoren
  • Urologische Tumoren
  • Rheuma
  • Gynäkologische Tumoren
  • Gastrointestinale Tumoren / Tumoren der Bauchhöhle

Seltene Erkrankungen

  • Hämophilie
  • Ausgewählte seltene Lebererkrankungen
  • Morbus Wilson
  • Mukoviszidose
  • Pulmonale Hypertonie
  • Marfan-Syndrom
  • Tuberkulose

Geplant für 2019

Aktuell berät der Gemeinsame Bundesausschuss über die Sarkoidose als weitere seltene Erkrankung für die ASV und über die Tumoren der Lunge und des Thorax.

ASV: Servicebroschüre aktualisiert

Die KBV hat ihre Broschüre zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) überarbeitet. Auf 24 Seiten fasst sie alles Wissenswerte für Praxen zusammen. Es wird Schritt für Schritt erläutert, wie Ärzte ein ASV-Team bilden können. Ein Schwerpunkt liegt auf der Abrechnung in der ASV und den einzelnen ASV-Indikationen.

Die Broschüre aus der Reihe PraxisWissen steht unter „Mehr zum Thema“ als PDF-Dokument zum Herunterladen bereit und kann kostenlos als gedrucktes Exemplar über den Warenkorb-Button bestellt werden.

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