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Praxisnachrichten

VSDM-Pflicht: Welche Ausnahmen gibt es für Praxen?

25.07.2019 - Das Versichertenstammdatenmanagement ist bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal Pflicht. Dies gilt selbst für Fachgruppen wie Pathologen und Laborärzte, wenn sie in einzelnen Fällen persönlichen Kontakt zu den Patienten haben.

Das Gesetz sieht nämlich keine Möglichkeiten vor, ausgewählte Fachgruppen oder einzelne Ärzte von der Online-Prüfung und Aktualisierung der Versichertenstammdaten (VSDM) auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu befreien. Auch bei spezifischen Versorgungsaufträgen, zum Beispiel der Substitutionsbehandlung, ist das VSDM vorgeschrieben.

Ausnahmen von der VSDM-Pflicht

Ausnahmen von der VSDM-Pflicht gibt es nur, wenn im konkreten Versorgungskontext kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattfindet. Dies betrifft vor allem Pathologen und Laborärzte. Aber auch in diesen Fällen kann die VSDM-Pflicht greifen – etwa, wenn der EBM einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im obligaten Leistungsinhalt fordert (z.B. Konsiliarpauschalen).

Auch wenn der Arzt Leistungen an das medizinische Fachpersonal delegiert, zum Beispiel die Blutentnahme oder das Ausstellen eines Folgerezeptes, handelt es sich um einen Arzt-Patienten-Kontakt und es muss ein VSDM durchgeführt werden.

Sonderfall mobiles Kartenterminal

Ein anderer Sonderfall betrifft Ärzte, die außerhalb ihrer Praxisräume tätig sind und ein mobiles Kartenterminal benutzen, beispielsweise Hausärzte bei Heim- und Hausbesuchen oder Anästhesisten, die für einen Eingriff ins Krankenhaus oder die Praxis eines Kollegen fahren.

Mobile Terminals können nicht mit der Telematikinfrastruktur (TI) verbunden werden, sie arbeiten nur im Offline-Betrieb. Und es ist lediglich ein Auslesen der auf der eGK gespeicherten Versichertendaten möglich. In diesen Fällen kann und muss bei dem Patienten kein VSDM durchgeführt werden.

Pflicht zur TI-Anbindung

In dem unlängst verabschiedeten Kabinettsentwurf für das Digitale Versorgung-Gesetz, das im Januar kommenden Jahres in Kraft treten soll, macht der Gesetzgeber klar, dass auch Arztpraxen, die keinen persönlichen Kontakt mit dem Patienten haben, sich an die TI anschließen müssen – spätestens bis zum 30. Juni 2020 (die PraxisNachrichten berichteten).

Denn das VSDM ist lediglich die erste Anwendung in der TI (die PraxisNachrichten berichteten). Weitere, teilweise verpflichtende Anwendungen – wie die elektronische Patientenakte oder die Möglichkeit, elektronische Arztbriefe über die TI zu versenden – werden folgen.

Diese bringen einen höheren Nutzen für Vertragsärzte und -psychotherapeuten mit sich, verlangen aber ebenfalls eine Anbindung an die TI.

Gesetzliche Grundlage

Die Pflicht zum VSDM für Ärzte und Psychotherapeuten ergibt sich aus den Regelungen des Paragraf 291 Absatz 2b Satz 3 SGB V, konkretisiert durch die Regelungen in der Vereinbarung zur elektronischen Gesundheitskarte (Anlage 4a BMV-Ä).

Service: Serie rund um die TI

Die KBV hat eine Serie zur Telematikinfrastruktur gestartet: Darin erscheinen alle 14 Tage Service-Beiträge mit wichtigen Hinweisen und praktischen Tipps rund um Ausstattung, Finanzierung und Anwendung.

Teil 1 vom 14. März: Einstieg in die Telematikinfrastruktur - Was ist jetzt zu beachten?

Teil 2 vom 28. März: Kurz vor dem Ruhestand noch an die TI anbinden? Hinweise für Praxisabgeber

Teil 3 vom 11. April: Langsames Internet in der Region: So können sich Praxen trotzdem an die TI anschließen

Teil 4 vom 25. April: Ohne TI-Anschluss drohen nicht nur finanzielle Sanktionen

Teil 5 vom 9. Mai: TI-Anschluss: Tipps rund um den Installationstermin

Teil 6 vom 23. Mai: TI-Finanzierung: So kommen die Pauschalen zustande

Teil 7 vom 6. Juni: Mobile Kartenterminals: Was passiert bei einem Arztwechsel?

Teil 8 vom 27. Juni: VSDM – Tipps und Hinweise zum Start des Online-Datenabgleichs

Teil 9 vom 11. Juli: Das VSDM ist nur der Einstieg - Weitere Anwendungen in der TI

Teil 10 vom 25. Juli: VSDM-Pflicht: Welche Ausnahmen gibt es für Praxen?

Teil 11 vom 8. August: Welche Daten über die Telematikinfrastruktur übertragen werden

Teil 12 vom 22. August: Telematikinfrastruktur: Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser - wer geht wann ans Netz?

Teil 13 vom 5. September: Telematikinfrastruktur: So werden Anschluss und Betrieb ab 2020 finanziert

Teil 14 vom 19. September: Telematikinfrastruktur: Wer informiert die Patienten?

Teil 15 vom 17. Oktober: Telematikinfrastruktur: Wozu benötige ich einen elektronischen Heilberufeausweis?

Teil 16 vom 31. Oktober: Anschluss an die TI: Was passiert mit Nebenbetriebsstätten und ausgelagerten Praxisräumen?

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