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Praxisnachrichten

Kommunikationstraining von "Was hab' ich?" jetzt zertifiziert

25.07.2019 - Die vor achten Jahren gegründete Online-Plattform „Was hab‘ ich?“  ist nicht nur für Patienten hilfreich, die ihre Ärzte besser verstehen möchten. Auch Mediziner profitieren von den Erfahrungen des Projekts, bei dem medizinische Befunde laienverständlich übersetzt werden. Die angebotene Kommunikationsausbildung wurde jetzt als Fortbildung anerkannt.

Auf dem washabich.de-Portal können sich Ärzte unkompliziert und kostenlos in einer für ihre Patienten verständlichen Sprache trainieren und weiterbilden. Mit der Anerkennung als Fortbildung erhalten sie zudem fünf CME-Punkte.

Ausbildung mit realen Befunden

Aufgabe der Teilnehmer ist es, sechs Befunde – davon vier „echte“ – in eine für Patienten verständliche Form zu übersetzen.  In einem anschließenden Telefonat mit Medizinern, die Experten für patientengerechte Sprache sind, erhalten sie nützliche Hinweise. „Die Teilnehmer lernen medizinische Zusammenhänge kurz und klar verständlich auszudrücken und so, mit den Patienten auf Augenhöhe zu kommunizieren“, sagt „Was hab‘ ich?“-Gründer und Geschäftsführer Ansgar Jonietz. 

Dabei sei der Aufwand gering, da die Fortbildung von allerorts und zeitlich flexibel absolviert werden kann. Schließlich können das Angebot der in Dresden ansässigen gemeinnützigen GmbH bundesweit alle interessierten Ärzte nutzen – bislang taten das bereits 2.000 Mediziner auch ohne Fortbildungspunkte.

Bereits seit 2014 wird die Kommunikationsausbildung auch für Medizinstudierende als Wahlfach an Universitäten angeboten.

Knapp 41.000 Befunde laienverständlich übersetzt

Der Ursprungsgedanke von „Was hab‘ ich?“ war, verzweifelten Patienten ihre mit Fachbegriffen überfluteten Befunde in eine für Laien verständliche Sprache zu übersetzen, was auch nach wie vor das Hauptanliegen ist. Inzwischen haben die angestellten und ehrenamtlich tätigen Ärzte und Medizinstudierenden knapp 41.000 Befunde verständlich formuliert.

Unter washabich.de können Patienten ihren Befund anonym hochladen oder diesen auch als Fax senden. Innerhalb weniger Tage erstellten die „Befunddolmetscher“ dann kostenlos eine für Patienten verständliche Übersetzung, erläutert Jonietz das Prinzip. Der Patient könne diese dann passwortgeschützt online abrufen. 

Erfahrene Ärzte betreuen „neue Übersetzer“

Derzeit sind fünf angestellte Ärztinnen sowie bis zu 100 Ärzte und Medizinstudierende ehrenamtlich für das Projekt tätig. Voraussetzung für die Mitarbeit der Studierenden ist, dass sie sich mindestens im achten Fachsemester befinden. Bei den ersten Befunden werden die „neuen Übersetzer“ von erfahrenen Ärzten betreut. Das Team der freien Mitarbeiter ist bundesweit aufgestellt und ändert sich von Zeit zu Zeit.

Das nicht gewinnorientierte Projekt wird durch viele Akteure – unter anderem die KBV, die AOK und den Hartmannbund – unterstützt.

„Was hab ich?“ – Anlaufstelle für Patienten und Ärzte

Das Projekt „Was hab ich?“ setzt sich seit 2011 für eine Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation ein. Das Sozialunternehmen mit Sitz in Dresden bietet mit seiner Website eine Anlaufstelle für Patienten, die ihre Befunde verstehen möchten.  Zugleich bildet es Mediziner in patientenverständlicher Kommunikation aus. Darüber hinaus arbeitet und forscht „Was hab‘ ich?“ an weiteren Lösungen für die Vision einer Arzt-Patienten-Kommunikation auf Augenhöhe.

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