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Praxisnachrichten

HA-Vermittlungsfall: Facharzttermin innerhalb von vier Tagen

08.08.2019 - Fachärzte, die einem hausärztlichen Kollegen kurzfristig einen Termin für dessen Patienten bereitstellen, erhalten die Behandlung extrabudgetär und damit in voller Höhe vergütet. Voraussetzung ist, dass der Termin innerhalb von vier Kalendertagen liegt, nachdem der Hausarzt eine medizinisch dringende Behandlungsnotwendigkeit festgestellt hat.

Die Vier-Tages-Frist gilt mit der Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt (Ausgabe 31/32) seit dieser Woche. Damit wurde definiert, welche Fälle als „medizinisch dringend erforderlich“ gelten. Denn nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) muss der Termin aus medizinischen Gründen dringend erforderlich sein, damit Fachärzte die Leistungen extrabudgetär vergütet bekommen (seit 11. Mai) und Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte für die Terminvermittlung rund zehn Euro (ab 1. September) erhalten.

Überweisung und Abrechnung

Der Hausarzt, der den Termin in einer anderen Praxis vermittelt, stellt dem Patienten eine Überweisung aus. Der Facharzt überträgt die Informationen auf der Überweisung wie gewohnt in sein Praxisverwaltungssystem und kennzeichnet den Abrechnungsschein als „HA-Vermittlungsfall“. 

Der Hausarzt wiederum gibt ab September in seiner Abrechnung die Gebührenordnungsposition 03008 / 04008 sowie die Betriebsstättennummer (BSNR) des weiterbehandelnden Facharztes für den 10-Euro-Zuschlag an. Die BSNR finden Hausärzte in der Kollegensuche im Sicheren Netz – auch erreichbar über die Telematikinfrastruktur. Datum der Abrechnung der Gebührenordnungsposition ist der Tag der Feststellung der medizinisch dringenden Behandlungsnotwendigkeit.

Hausarzt vermittelt Termin beim Facharzt

Vermittelt ein Hausarzt für einen Patienten einen aus medizinischen Gründen dringend erforderlichen Termin beim Facharzt, erhält er dafür rund zehn Euro. Der Facharzt wiederum bekommt die Untersuchung und Behandlung des Patienten extrabudgetär und damit in voller Höhe bezahlt.

Die Vermittlung setzt eine Überweisung voraus. Das heißt, in Fällen wo der vermittelnde Hausarzt und der weiterbehandelnde Facharzt in derselben Gemeinschaftspraxis oder demselben Medizinischen Versorgungszentrum tätig sind, sind weder Zuschlag noch extrabudgetäre Vergütung möglich.

Hausarzt: Zuschlag von rund 10 Euro

Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte erhalten für die „erfolgreiche Vermittlung“ eines aus medizinischen Gründen dringend erforderlichen Facharzttermins ab dem 1. September 2019 rund zehn Euro extrabudgetär. Voraussetzung ist, dass der Termin innerhalb von vier Kalendertagen liegt, nachdem der Hausarzt eine Behandlungsnotwendigkeit festgestellt hat. Diagnosen müssen darüber hinaus nicht angegeben werden.

Hinweise:  

  • Der Hausarzt stellt dem Patienten eine Überweisung für die Konsultation beim Facharzt aus.
  • Der Hausarzt muss den Termin nicht selbst organisieren, dies kann er an sein Praxisteam delegieren.
  • Der Hausarzt erhält den Zuschlag unabhängig davon, ob der Patient den Termin wahrgenommen hat.

So wird abgerechnet

Für den Zuschlag rechnen Hausärzte die Gebührenordnungsposition (GOP) 03008 ab (GOP 04008 für Kinder- und Jugendärzte). Zusätzlich geben sie bei der Abrechnung die Betriebsstättennummer (BSNR) der Praxis an, an die der Patient vermittelt wurde. Die BSNR der einzelnen Praxen finden Hausärzte in der Kollegensuche im Sicheren Netz – auch erreichbar über die Telematikinfrastruktur.

Benötigt ein Patient bei unterschiedlichen Facharztgruppen, beispielsweise beim Orthopäden und beim Neurologen, dringend einen Termin innerhalb von vier Kalendertagen, kann der Hausarzt den Zuschlag auch mehrfach im Quartal abrechnen. Nicht berechnungsfähig ist der Zuschlag indes, wenn der Hausarzt bei dem Facharzt einen Termin vermittelt, bei dem der Patient im laufenden Quartal bereits behandelt wurde. Dies ist vom Hausarzt beim Patienten zu erfragen.

Facharzt: Extrabudgetäre Vergütung

Fachärzte, die einem hausärztlichen Kollegen kurzfristig einen Termin für dessen Patienten bereitstellen, erhalten die Behandlung extrabudgetär und damit in voller Höhe vergütet. Voraussetzung ist, dass der Termin innerhalb von vier Kalendertagen liegt, nachdem der Hausarzt eine medizinisch dringende Behandlungsnotwendigkeit festgestellt hat.

So wird abgerechnet

In der Abrechnung des Facharztes muss erkennbar sein, dass es sich um einen HA-Vermittlungsfall handelt. Der Facharzt überträgt die Informationen auf der Überweisung wie gewohnt in sein Praxisverwaltungssystem und kennzeichnet den Abrechnungsschein als „HA-Vermittlungsfall“.  Für die Kennzeichnung empfiehlt es sich, schon bei der Terminvereinbarung zu notieren, dass der Patient als „HA-Vermittlungsfall“ in die Praxis kommt. Der Überweisungsschein muss nicht der Abrechnung beigefügt werden.

Hinweis: Sollten weitere Angaben nötig sein, wird Sie Ihre Kassenärztliche Vereinigung informieren.

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