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Praxisnachrichten

TI: Finanzierung wird verhandelt

Verhandlungen über neue TI-Finanzierungs-Vereinbarung gescheitert

08.08.2019 - Die Krankenkassen wollen die Pauschale für den Konnektor zum Anschluss der Praxen an die Telematikinfrastruktur rückwirkend zum 1. Juli deutlich absenken. Die KBV lehnt das strikt ab; sie sieht stattdessen Anpassungsbedarf bei den Kartenterminals. Nunmehr muss das Schiedsamt über die neue Finanzierungsvereinbarung entscheiden.

Der GKV-Spitzenverband beruft sich bei seiner Forderung auf Preisrecherchen, wonach ein Konnektormodell deutlich günstiger erhältlich sei, als in den aktuellen Erstausstattungspauschalen abgebildet. Diese betragen derzeit 1.982 Euro, wobei 1.547 Euro für den Konnektor und 435 Euro für ein stationäres Kartenterminal vorgesehen sind.

Kriedel: Das ist nicht verhandelbar

Für KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel kommt eine rückwirkende Absenkung nicht in Frage. „Das ist für uns nicht verhandelbar“, betonte er und fügte hinzu: „Die Praxen brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Alle Ärzte und Psychotherapeuten, die bislang die TI-Ausstattung bestellt haben, müssen dafür auch die bisher gültigen Pauschalen erhalten.“

Billig-Konnektor einzeln nicht verfügbar

Der fragliche günstige Konnektor ist nach KBV-Recherchen für die Praxen gar nicht einzeln erhältlich. In den sogenannten Bundle-Angeboten macht sich die Preisdifferenz nicht bemerkbar.

Höhere Pauschalen für Kartenterminals

Dagegen sieht die KBV, dass die E-Health-Kartenterminals bisher in den Erstausstattungspauschalen zu niedrig bewertet sind, da die Marktpreise für diese Geräte deutlich höher liegen. Hier fordert sie nun eine Anhebung. Die KBV will die Finanzierungsvereinbarung frühestens zum 1. Januar 2020 ändern.

Die Finanzierung der Kartenterminals ist vor allem vor dem Hintergrund relevant, dass laut Industrie die Feldtests für die weiteren Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) Notfalldatenmanagement (NFDM) und elektronischer Medikationsplan (eMP) im vierten Quartal 2019 anlaufen sollen. Sowohl beim NFDM als auch beim eMP sind E-Health-Kartenterminals auch in den Behandlungsräumen notwendig.

Entscheidung Ende August erwartet

Das Schiedsamt wird nun Ende August über die TI-Finanzierung entscheiden. Es muss zudem festlegen, ab wann die Änderungen gelten sollen. 

Nach dem E-Health-Gesetz sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die TI-Anbindung zu tragen. Bereits die erste geltende TI-Finanzierungsvereinbarung war 2017 unter Moderation des Schiedsamtes zustande gekommen. Damals waren noch keine TI-fähigen Komponenten auf dem Markt. Es wurde verabredet, die Vereinbarung anzupassen, sollten sich die Preise für die technischen Komponenten nicht so entwickeln wie angenommen. Dies war 2018 der Fall, als die Pauschalen für Konnektoren angehoben wurden.

Eckpunkte zur bisher geltenden TI-Finanzierung

Konnektor und stationäre Kartenterminals

Konnektor inklusive Funktion für qualifizierte elektronische Signatur und stationäre Kartenterminals:

Quartal der erstmaligen Nutzung: ab 4/2018
Anzahl der Ärzte in der Praxis
(Vollzeitäquivalente)
< = 3

> 3 bis
< = 6

> 6
Vergütung in Euro 1.982 2.417 2.852

Komplexitätszuschlag

Praxen mit Anspruch auf mehrere Kartenterminals erhalten zusätzlich einen Komplexitätszuschlag:

  •  mittlere Praxis (> 3 bis < = 6 Ärzte) einmalig 230 Euro
  •  große Praxis (> 6 Ärzte) einmalig 460 Euro

Mobile Kartenterminals

einmalig 350 Euro je Gerät:

  • je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, der mindestens drei Haus- und/oder Heimbesuche im Quartal durchführt und/oder an einem Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) teilnimmt
  • je ausgelagerter Praxisstätte

TI-Startpauschale

einmalig 900 Euro:

  • für Anschlussgebühr VPN-Zugangsdienst, Installation, Praxisausfall während der Installation, Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS) und Zeitaufwand Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Startphase

Laufender Betrieb

Wartung der Komponenten und Updates (einschließlich laufende Kosten für VPN-Zugangsdienst):

  • ab 3. Quartal 2018: 248 Euro je Quartal

SMC-B Smartcard (Praxisausweis):

  • 23,25 Euro je Quartal (1 Ausweis pro Praxis, 1 weiterer Ausweis für jedes mobile Kartenterminal, auf das die Praxis Anspruch hat)

HBA Smartcard (Arztausweis):

  • 11,63 Euro je Quartal

Hinweis: Im ersten Quartal der Nutzung werden die laufenden Betriebskosten ab dem Monat, in dem die Praxis an die TI angeschlossen ist, anteilig übernommen.

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