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Versorgungsatlas: COPD nimmt zu - starke regionale Unterschiede

15.08.2019 - Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung hat in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland deutlich zugenommen. Allerdings variiert die Diagnosehäufigkeit stark zwischen den Regionen. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas.

Die Diagnoseprävalenz der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist von 5,1 Prozent im Jahr 2009 auf 6,4 Prozent in 2016 gestiegen und blieb 2017 weitestgehend konstant. Dies entspricht einer Zunahme von 25 Prozent, wie die Wissenschaftler des Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) analysierten. Der steigende Trend betraf sowohl Frauen als auch Männer.

Insgesamt nimmt die COPD mit etwa 2,6 Millionen erkrankten gesetzlich versicherten Patienten im Jahr 2017 einen bedeutsamen Teil in der ambulanten Versorgung ein.

Süden Deutschlands weniger COPD-Fälle

Regional bestehen nach Angaben der Zi-Wissenschaftler erhebliche Unterschiede in der Häufigkeit der COPD, was in dem untersuchten Zeitraum noch zugenommen hat. So waren im Jahr 2017 in Baden-Württemberg 4,6 Prozent der Bevölkerung an COPD erkrankt, in Berlin 8,4 Prozent und damit fast doppelt so viele. Auch im Süden Bayerns wurde COPD bei gesetzlich krankenversicherten Patienten eher selten diagnostiziert.

Häufiger kommt die Krankheit dagegen außer in Berlin in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vor. Aber auch innerhalb eines Bundeslandes gibt es wiederum erhebliche regionale Unterschiede.

Mehr Männer betroffen

Die Erkrankung gewinnt ab dem 40. Lebensjahr an Bedeutung und betrifft mehr Männer als Frauen. Während die Diagnosehäufigkeit in der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen im Jahr 2017 bei lediglich 1,3 Prozent lag, rangierte sie bei den 85- bis 89-Jährigen bereits bei 14 Prozent.

Ein höheres Erkrankungsrisiko bei Männern führen die Wissenschaftler unter anderem auf den häufigeren Umgang mit Schadstoffen im Beruf zurück. Zudem rauchen Männer in der Regel mehr als Frauen und Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für COPD.

Zahl der Erkrankung weiter steigend

Da die Erkrankung im Alter häufiger aufritt und die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Erkrankungszahlen in den nächsten Jahren weiter ansteigen könnten.

Die Studie basiert auf der Auswertung der bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten für die Jahre 2009 bis 2017 mit jährlich mehr als 40 Millionen GKV-Versicherten über 40 Jahre.

Versorgungsatlas

Der Versorgungsatlas ist eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Er wurde institutionalisiert als öffentlich zugängliche Informationsquelle mit Studien zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Schwerpunkt der Studien sind regionale Unterschiede in der Versorgung sowie deren unterschiedliche Strukturen und Abläufe.

Die Analysen sollen Anhaltspunkte liefern, wie die Versorgung verbessert werden kann. In Foren kann jeder Beitrag öffentlich diskutiert werden. Die Analysen der Wissenschaftler des Versorgungsatlas basieren auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland.

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