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Umfrage: Versicherte setzen großes Vertrauen in ihre Ärzte

22.08.2019 - Die ambulante medizinische Versorgung in Deutschland wird von den Versicherten nach wie vor hoch bewertet. Das Vertrauen in die Ärzte ist ungebrochen groß. Das ergab die diesjährige Versichertenbefragung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV. Allerdings zeigte die Befragung auch, dass die „Ressource“ Arzt offenbar immer knapper wird.

„91 Prozent der Patienten geben an, ein gutes oder sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin zu haben“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen bei der Vorstellung der Befragung in Berlin.

Dabei bevorzugt die Mehrheit den persönlichen Kontakt. KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel betonte, dass 62 Prozent der Befragten eine Videosprechstunde für sich selbst ablehnten und lieber in die Praxis kämen.

Wartezeiten nicht gravierend

Das Thema Wartezeiten spielte auch bei der diesjährigen Befragung eine Rolle. Danach mussten 29 Prozent der gesetzlich und 30 Prozent der privat Versicherten bei ihrem letzten Arztbesuch überhaupt keine Wartezeit in Kauf nehmen. Jeder vierte gesetzlich Versicherte bekam innerhalb von einem Tag bis zu einer Woche einen Termin, bei den privat Versicherten war es jeder dritte.

Arztzeit wird knapper

Die Wartezeiten von Kassen- und Privatpatienten auf einen Termin haben sich im Lauf der Jahre angeglichen, denn auch privat Versicherte müssen häufiger als früher längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Der Grund ist für KBV-Chef Gassen „simpel“. Arztzeit werde immer knapper, betonte er und fügte hinzu: „Die Tatsache, dass wir einen nahezu barrierefreien Zugang zu ärztlichen Leistungen haben, ohne Steuerung, bei gleichzeitig steigendem medizinischen Bedarf, führt dabei zwangsläufig zu einer höheren Nachfrage.“ 

Selbsteinschätzung der Dringlichkeit

Erstmals fragten die Meinungsforscher die Versicherten, wie dringend sie selbst ihren letzten Arztbesuch einschätzten. Zwei Drittel stuften diesen als dringend ein – unabhängig davon, aus welchem Grund er erfolgte.

„Die ‚gefühlte‘ Dringlichkeit ist in vielen Fällen höher als die tatsächliche“, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender. Selbst Vorsorge- oder Impftermine sehen 36 Prozent der Befragten noch als eilig oder sehr eilig an.

Weniger Hausärzte

Nach der Versorgungssituation mit Haus- und Fachärzten befragt, stieg in den vergangenen zwei Jahren der Anteil derjenigen, die angaben, nicht genügend Hausärzte in Wohnortnähe zu haben, von 22 auf 27 Prozent und bei den Fachärzten von 43 auf 44 Prozent. „Obwohl die Arztzahlen absolut gesehen steigen, führt dies nicht automatisch zu einer besseren Versorgungssituation“, gab Hofmeister zu bedenken. Jüngere Ärztinnen und Ärzte bevorzugten vermehrt Angestelltenverhältnisse und Teilzeitarbeit.

„Die große Ruhestandswelle bei den jetzigen Praxisinhabern steht uns erst noch bevor“, fügte er hinzu. „Die Ressource Arzt ist ein hohes Gut, mit dem wir sorgsam umgehen müssen.“

Über 6.000 Bürger befragt

Die Forschungsgruppe Wahlen führt im Auftrag der KBV die repräsentativen Versichertenbefragungen seit 2006 durch. In diesem Jahr wurden vom 11. März bis 29. April insgesamt 6.110 zufällig ausgewählte Bürger telefonisch befragt. Dabei lag der Fokus auf Fragen zu Wartezeiten, zur Selbsteinschätzung der Dringlichkeit des letzten Arztbesuches, zur Versorgungssituation mit Haus- und Fachärzten sowie zur Videosprechstunde.

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