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Praxisnachrichten

Neue Marker für Präeklampsie und Ovarialkarzinom im EBM

05.09.2019 - Zur Diagnostik einer Präeklampsie in der Schwangerschaft werden zum 1. Oktober zwei neue Marker in den EBM aufgenommen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dann die Kosten für die Bestimmung der PIGF-Konzentration und des sFlt‑1/PIGF-Quotienten. Neu aufgenommen wird zudem ein weiterer Tumormarker für das Ovarialkarzinom.

Auf die Aufnahme der Laboruntersuchungen in den EBM haben sich KBV und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss geeinigt. Es wurde festgelegt, dass die neuen Präeklampsie-Marker für zunächst zwei Jahre extrabudgetär vergütet werden.

Zwei neue GOP für die Präeklampsie

Für die Messung der PIGF-Konzentration, deren Abfall eine Störung der Plazentafunktion anzeigt und die somit ein wichtiges Indiz für eine Präeklampsie darstellt, wird die Gebührenordnungsposition (GOP) 32362 (19,40 Euro) in den EBM aufgenommen. Die Bestimmung des sFlt-1/PIGF-Quotienten ermöglicht für einen Zeitraum von vier Wochen den Ausschluss einer fraglichen Präeklampsie mit hoher Wahrscheinlichkeit. Hierfür sind zwei getrennte Analysen notwendig. Die Ärzte können diese mit der GOP 32363 (62,25 Euro) abrechnen.

Objektive Entscheidungshilfe

Die hypertensive Schwangerschaftserkrankung Präeklampsie betrifft etwa zwei Prozent aller Schwangeren und ist die häufigste Ursache für maternale und perinatale Morbidität und Mortalität. Die Marker bieten bei Vorliegen einer unklaren Symptomatik eine objektive Entscheidungshilfe für die weitere ambulante oder gegebenenfalls eine frühzeitige stationäre Überwachung der Schwangeren.

Voraussetzungen für Berechnungsfähigkeit

Der Bewertungsausschuss hat auch festgelegt, in welchen Fällen die Präeklampsie-Marker abgerechnet werden dürfen. So muss eine fetale Wachstumsstörung vorliegen oder ein neu auftretender oder bestehender Hypertonus bei der Mutter. Auch bei weiteren organischen oder labordiagnostischen Untersuchungsbefunden, die mit einer Präeklampsie assoziiert sind und keiner anderen Ursache zugeordnet werden können, oder einem auffälligen dopplersonografischen Befund, kann die Untersuchung indiziert sein.

Die beiden GOP 32362 und 32363 sind höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig, allerdings nicht nebeneinander an einem Behandlungstag. Die Vergütung der neuen Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Am Ende der zweijährigen Frist werden sie in die MGV überführt, wenn die Mengenentwicklung eine weitere extrabudgetäre Vergütung nicht erfordert.

Tumormarker für Ovarialkarzinom

Mit demselben Beschluss wurde der Tumormarker HE 4 in den EBM aufgenommen. Er hat bei der Primär- und Rezidivdiagnostik eines Ovarialkarzinoms vergleichbare Eigenschaften wie der bisher unter der GOP 32390 aufgeführte Marker CA 125. Deshalb wurde der Marker in diese GOP integriert und wird ab 1. Oktober über die Ziffer 32390 (10,60 Euro) abgerechnet.

Die neuen GOP im Überblick

GOP

Abrechnungskriterien

Bewertung
32362 - Bestimmung der PIGF-Konzentration

Bestimmung frühestens ab 24. Schwangerschaftswoche

Bestimmung nur bei:

  • fetaler Wachstumsstörung oder
  • neu auftretendem oder bestehendem Hypertonus oder
  • einem Präeklampsie-assoziierten organischen oder labordiagnostischen Untersuchungsbefund, welcher keiner anderen Ursache zugeordnet werden kann oder
  • auffälligem dopplersonografischem Befund
19,40 Euro
32363 - Bestimmung des sFlt-1/PIGF-Quotienten

Befundbericht muss innerhalb von 24 Stunden nach Materialeingang übermittelt sein

Kriterien ansonsten analog zur PIGF-Konzentration

62,25 Euro
32390 CA 125 und/oder HE 4 – „Quantitative Bestimmung mittels Immunoassay“ in die GOP 32390 wurde der Tumormarker HE 4 für das Ovarialkarzinom integriert 10,60 Euro

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