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Befragung zu Mehrkosten für Hygiene und Datenschutz startet

05.09.2019 - In den kommenden Tagen werden zwei bundesweite Online-Befragungen zu Mehrkosten durch neue Hygiene- und Datenschutz-Maßnahmen gestartet. Dazu werden insgesamt 3.200 Praxen angeschrieben, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Die Befragungen erfolgen anonym.

KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen appelliert an die angeschriebenen niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, sich an der Umfrage aktiv zu beteiligen. „Wir benötigen dringend valide Daten, um die Mehrkosten in den Verhandlungen mit den Krankenkassen geltend machen zu können.“

Auf die Praxen kommen Gassen zufolge ständig neue Vorschriften und Regelungen zu, die in der Umsetzung teilweise sehr kosten- und zeitintensiv sind. Die KBV will erreichen, dass dieser Mehraufwand auch bezahlt wird. Bislang seien die Kosten für Hygiene und Datenschutz in den Preisen für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen nicht adäquat berücksichtigt.

InBA soll Infos zu Mehrkosten zusammentragen

Bei den Honorarverhandlungen im vergangenen Jahr hatten die Krankenkassen eine Erstattung der Mehrkosten abgelehnt. Angesichts einer Forderung der KBV, die hohen Mehrausgaben in den Bereichen Hygiene und Datenschutz bei der Anpassung des Orientierungswertes für 2019 zu berücksichtigen, hatte der Erweiterte Bewertungsausschuss seinerzeit das Institut des Bewertungsausschusses (InBA) beauftragt, entsprechende Informationen zu den Kosten zusammenzutragen.

Befragungen zur Kostenentwicklung 

Vor diesem Hintergrund startet das InBA nunmehr zwei Befragungen: So werden 2.200 Praxen zur Entwicklung hygienebezogener Kosten in den Jahren 2016 bis 2018 befragt. Damit will das Institut herausfinden, inwieweit die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes und der Landeshygieneverordnungen zu veränderten Kosten in den Arztpraxen geführt haben. Dafür werden Praxen angeschrieben, die in einem besonderen Maß von neuen hygienerelevanten Anforderungen betroffen sind.

In der zweiten Erhebung unter 1.000 Praxen geht es um die Kostenentwicklung aufgrund der seit Mai 2018 geltenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Ausfüllen der Fragebögen bis zum 30. September

Die angeschriebenen Ärzte und Psychotherapeuten können bis zum 30. September an der jeweiligen Befragung teilnehmen. Alle Teilnehmer erhalten nach Abschluss der Befragung einen Bericht mit den wichtigsten Ergebnissen. 

Beide Befragungen erfolgen ausschließlich online. Mit dem Anschreiben erhalten Praxen einen Link zum Fragebogen sowie einen Zugangsschlüssel zur Anmeldung.

Zentralinstitut erhebt ebenfalls den Hygiene-Mehraufwand

Um über eine fundierte Datenbasis zu verfügen, hatte die KBV gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen im Frühjahr eine eigene Erhebung zu den verschärften Hygienevorschriften und den damit verbundenen Mehrkosten durchgeführt. Das beauftragte Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung hatte dazu etwa 60.000 Praxen angeschrieben.

Für die Verhandlungen mit den Krankenkassen werden allerdings die Daten der jetzt gestartete Hygiene-Befragung entscheidend sein, da hierzu das InBA beauftragt wurde, eine Einrichtung von KBV und GKV-Spitzenverband.

 

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