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Praxisnachrichten

Fettabsaugung bei Lipödem im Stadium III wird Kassenleistung

19.09.2019 - Die operative Fettabsaugung bei einem Lipödem im Stadium III wird in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss am Donnerstag beschlossen.

Diese Aufnahme ist befristet bis 31. Dezember 2024. Es wird erwartet, dass bis dahin Erkenntnisse aus der Erprobungsstudie vorliegen, die die Wirkung der Liposuktion in allen Stadien des Lipödems untersuchen wird.

Mit dem Beschluss des Gemeinamen Bundesausschusses (G-BA) soll schon vor Studienabschluss den am stärksten betroffenen Versicherten (nur Lipödem im Stadium III) eine regelhafte operative Behandlung ermöglicht werden.

Schmerzhafte Vermehrung von Fettgewebe

Das Lipödem zeichnet sich durch eine disproportionale, schmerzhafte Vermehrung von Fettgewebe vor allem an Beinen und Armen aus. Es kann allerdings gerade im Stadium III auch mit einer Adipositas verbunden sein. Dadurch ist sowohl die Indikationsstellung als auch die Behandlung häufig erschwert.

Die Erkrankung betrifft fast ausschließlich Frauen, die mit zunehmendem Schweregrad der Erkrankung deutlich in ihrem Bewegungsumfang eingeschränkt sind. Die Angaben zur Häufigkeit der Erkrankung gehen sehr weit auseinander. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass es sich beim Stadium III um eine eher seltene Erkrankung handelt.

Durch die als Liposuktion bezeichnete Absaugung des krankhaften Fettgewebes wird – häufig in mehreren Teileingriffen – versucht, die Bewegungsfähigkeit zu verbessern und Beschwerden zu lindern.

Anforderungen an die Qualitätssicherung

Die Durchführung einer Liposuktion beim Lipödem im Stadium III setzt eine Genehmigung zum ambulanten Operieren voraus (nach Paragraf 135 Absatz 2 SGB V). Nur Ärzte, die Erfahrung in der Behandlung des Lipödems haben, dürfen die Indikation stellen und den Eingriff zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchführen.

Die konkreten Anforderungen sind in den Vorgaben zur Qualitätssicherung festgelegt, die der G-BA ebenfalls am Donnerstag beschlossen hat.

Weiteres Vorgehen

Der Beschluss vom 19. September wird jetzt zunächst vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft. Zudem muss die Vergütung festgelegt werden, damit Vertragsärzte die Leistung abrechnen können. Es wird derzeit damit gerechnet, dass die Liposuktion ab 1. Januar 2020 zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgen kann.

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