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Verordnung von Heilmitteln wird einfacher - Beschluss des G-BA

19.09.2019 - Die Heilmittelverordnung soll einfacher werden. Am Donnerstag wurden im Gemeinsamen Bundesausschuss neue Regelungen beschlossen, die ab Oktober 2020 gelten. „Wir versprechen uns eine spürbare Entlastung in den Arztpraxen“, sagte KBV-Vorstandsvize Dr. Stephan Hofmeister.

Die KBV hatte das Beratungsverfahren zur Überarbeitung der Heilmittel-Richtlinie inklusive Heilmittel-Katalog im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) angestoßen. Hintergrund waren die immer komplexeren und kaum noch zu überblickenden Vorgaben, die seit der Neufassung der Richtlinie im Jahr 2001 zu bewältigen sind.

„Die Vereinfachung der Heilmittelverordnung ist seit Langem überfällig, aber nicht mal eben aus dem Handgelenk geschüttelt“, betonte Hofmeister. „Wir mussten bereits im Vorfeld der Beratungen im G-BA bei allen Beteiligten viel Überzeugungsarbeit leisten und auch gesetzliche Änderungen waren erforderlich. Aber es hat sich gelohnt, wir haben hier doch einiges bewegen können.“

Das Ergebnis: Die komplizierte Regelfallsystematik und die aufwändige und trotzdem unsichere Bemessung der „behandlungsfreien Intervalle“ sind ab Oktober 2020 Geschichte. Sie werden von einfachen und klaren Regelungen abgelöst. Auch der Heilmittel-Katalog wird überschaubarer.

Zudem geplant: nur noch ein Formular

Geplant, aber noch nicht beschlossen: Zur weiteren Vereinfachung soll es ebenfalls ab Oktober 2020 nur noch ein Verordnungsformular für alle Heilmittel geben statt wie bisher drei verschiedene. Dazu sind die KBV und der GKV-Spitzenverband als Partner des Bundesmantelvertrags für Ärzte derzeit in Verhandlungen, die bis Ende 2019 abgeschlossen sein sollen.

Entlastung für alle Beteiligten

Die am Donnerstag im G-BA beschlossenen Änderungen sollen neben den Ärzten auch den Heilmittelerbringern und Patienten zugutekommen. So kann eine Heilmittelbehandlung künftig bis zu 28 Tage statt 14 Tage nach Verordnungsdatum begonnen werden. Dies soll zu weniger nachträglichen Änderungswünschen des Verordnungsdatums von Patienten und Heilmittelerbringern bei den Vertragsärzten führen.

Ab Oktober 2020

Die Änderungen haben einen langen Vorlauf, bevor sie ab Oktober 2020 praxisrelevant werden. Zunächst muss das Bundesministerium für Gesundheit den Beschluss prüfen. Anschließend müssen die neuen Vorgaben in die ärztliche Verordnungssoftware implementiert und die Software von der KBV zertifiziert werden.

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