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KBV informiert über Cannabisarzneimittel

26.09.2019 - In der aktuellen Ausgabe des WirkstoffAktuell geht es um die wirtschaftliche Verordnung von Cannabisarzneimitteln. Die Publikation liegt dem Deutschen Ärzteblatt bei, das diese Woche erscheint. Im Fortbildungsportal der KBV startet demnächst auch eine Fortbildung zu Cannabis.  

Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung haben seit März 2017 unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf die Behandlung mit Cannabis. WirkstoffAktuell informiert deshalb über die Indikationen, in denen Cannabisarzneimittel zunehmend verordnet werden und für die Hinweise auf eine Wirksamkeit vorliegen. Außerdem werden Hinweise zu Indikationen gegeben, zu denen die vorliegende Evidenz schwach oder widersprüchlich ist. Empfehlungen für eine wirtschaftliche Verordnungsweise von Cannabinoiden sind ebenfalls enthalten.

Fertigarzneimittel sind zu bevorzugen

In Deutschland steht Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität sowie als Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon zur Verfügung. Ärzten wird empfohlen, vorzugsweise Fertigarzneimittel oder standardisierte Extrakte zu verordnen, da die Datenlage und die Dosierbarkeit besser sind, Dosierungen in Studien überprüft wurden und die Applikation als Kapsel oder Tropfen einfacher ist.

Ärzte sollten sich vor einer Verordnung über die Wirksamkeit und Sicherheit des jeweiligen Cannabisarzneimittels informieren. Die Behandlung sollte beendet werden, wenn vordefinierte Behandlungsziele nicht erreicht werden, inakzeptable Belastungen durch Nebenwirkungen auftreten oder Anzeichen für einen Missbrauch vorliegen.

Datenerhebung zur Wirksamkeit von Cannabis

Vor der erstmaligen Verordnung eines Cannabisarzneimittels muss der Patient die Genehmigung seiner Krankenkasse einholen. Ärzte müssen ein Jahr nach dem Behandlungsbeginn oder bei Abbruch der Behandlung bestimmte Daten in anonymisierter Form an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte übermitteln. Dadurch soll die Evidenz verbessert werden. Die Patienten sind zu Beginn der Therapie im persönlichen Gespräch auf die gesetzlich vorgeschriebene Datenübermittlung hinzuweisen.

Erst Selbststudium, dann Punkte sammeln

Voraussichtlich im November startet im Fortbildungsportal der KBV auch eine CME-Fortbildung zu Cannabisarzneimitteln. Derzeit liegt sie der Ärztekammer Berlin zur Zertifizierung vor. Die Fortbildung dauert ungefähr 45 Minuten und richtet sich an niedergelassene Haus- und Fachärzte. Für die erfolgreiche Teilnahme gibt es drei CME-Punkte.

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