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Praxisnachrichten

Weitere Ärzte dürfen Verordnung von Soziotherapie abrechnen

02.10.2019 - Auch bestimmte ärztliche Psychotherapeuten können künftig ihren psychisch schwer erkrankten Patienten eine Soziotherapie verordnen und die entsprechenden Leistungen abrechnen. Der Bewertungsausschuss hat dafür den EBM zum 1. Oktober angepasst.

Voraussetzung ist, dass sie zu einer der Facharztgruppen gehören, die nach der Soziotherapie-Richtlinie das Hilfsangebot verordnen dürfen – etwa Psychiater, Neurologen und Psychosomatiker.

Der Bewertungsausschuss hat dafür die Präambel des EBM-Kapitels 23 („Psychotherapeutische Gebührenordnungspositionen“) angepasst und eine entsprechende Regelung für diese Gruppe der ärztlichen Psychotherapeuten aufgenommen.

Damit kann etwa ein Psychiater, auch wenn er ausschließlich als psychotherapeutisch tätiger Arzt arbeitet, Soziotherapie verordnen und abrechnen. Er benötigt ebenso wie die übrigen verordnungsberechtigen Ärzte und Psychotherapeuten eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung.

Durch die Erweiterung der Arztgruppen verlängert sich auch der Zeitraum für die extrabudgetäre Vergütung der Verordnung von Soziotherapie um ein Jahr auf den 31. März 2021.

Hilfsangebot für psychisch schwer Erkrankte

Soziotherapie wird vor allem bei Patienten verordnet, deren Krankheitsverlauf schwer und chronifiziert ist. Die Fähigkeit, zum Arzt beziehungsweise Psychotherapeuten zu gehen, sich behandeln zu lassen und verordnete Maßnahmen in Anspruch zu nehmen, ist bei diesen Patienten erheblich beeinträchtigt.

Das Therapieangebot soll Krankenhausaufenthalte vermeiden. Die Patienten sollen durch Soziotherapie in die Lage versetzt werden, ambulante ärztliche und psychotherapeutische Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Alle Details sind in der Soziotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt.

Broschüre informiert über Therapieangebot

Die KBV hat alle wichtigen Informationen rund um das Hilfsangebot Soziotherapie für Ärzte und Psychotherapeuten auf einer Themenseite im Internet und in einer Service-Broschüre zusammengestellt.

Das Heft kann kostenlos bestellt oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden (siehe Kasten „Mehr zum Thema“).

Soziotherapie: Vergütung

Die Verordnung von Soziotherapie (GOP 30810 und 30811) wird extrabudgetär und somit zu festen Preisen vergütet.

Erstverordnung / GOP 30810: Für die Verordnung der fünf Probestunden beziehungsweise die Erstverordnung von bis zu 30 Therapieeinheiten rechnen Ärzte und Psychotherapeuten die GOP 30810 ab. Sie ist mit 168 Punkten (18,18 Euro) bewertet. Die Leistung umfasst nicht nur das Ausstellen der Verordnung, sondern beispielsweise auch die Unterstützung des Patienten bei der Auswahl des Soziotherapeuten und die Mitwirkung an der Erstellung des Betreuungsplans.

Folgeverordnung / GOP 30811: Für die Überprüfung der Indikation zur Folgeverordnung ist die GOP 30811 berechnungsfähig. Sie ist mit 168 Punkten (18,18 Euro) bewertet und kann höchstens zweimal im Behandlungsfall berechnet werden. Aufgabe hierbei ist es unter anderem, den soziotherapeutischen Betreuungsplan zu überprüfen und anzupassen sowie den Therapieverlauf abzustimmen und zu beobachten. Bei Bedarf kann eine Folgeverordnung von bis zu 30 Therapieeinheiten erfolgen.

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