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Praxisnachrichten

Hygienesachkosten in Arztpraxen weiterhin auf hohem Niveau

02.10.2019 - Hygienekosten schlagen in den Vertragsarztpraxen enorm zu Buche. Im vergangenen Jahr mussten die Praxen durchschnittlich 24.287 Euro für Hygienesachkosten aufwenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

Die meisten Kosten verursachten Hygiene- und Verbrauchsmaterialien sowie Einmalprodukte. Diese machten einen durchschnittlichen Anteil von über 30 Prozent von den Gesamtkosten aus, wie die Wissenschaftler des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) analysierten.

Dialysepraxen haben die höchsten Hygienekosten

Deutliche Unterschiede ergeben sich bei der Kostenhöhe entsprechend des Leistungsspektrums der Praxen.  Bei rein konservativ tätigen Praxen betrugen die Hygienekosten 8.140 Euro und bei invasiv tätigen 25.242 Euro. Die höchsten Kosten für Hygieneaufwendungen haben Dialysepraxen mit 116.823 Euro. Praxen, in denen ambulant operiert wird, geben 53.281 Euro in puncto Hygiene aus.

Zeitliche Zusatzbelastung für Mitarbeiter

In die Auswertungen sind 1.855 Praxen eingegangen. Davon wurde in 433 Praxen ambulant operiert. 1.001 Praxen sind rein konservativ und 386 Praxen invasiv tätig. In 35 Praxen werden Dialysen durchgeführt.

Neben den monetären Aufwendungen wurden auch Informationen zum Zeitaufwand für Hygienetätigkeiten der Mitarbeitenden erhoben. Dabei wurde die Höhe des tatsächlichen Hygieneaufwands sowie die finanzielle und zeitliche Zusatzbelastung deutlich, die mit der Umsetzung der Hygienevorschriften und der Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention verbunden sind.

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab wurde jedoch seit 2008 in puncto Hygienekosten nicht weiterentwickelt, obwohl ab 2012 mit neuen Landeshygieneverordnungen erhebliche Kosten und Zeitaufwände auf die Vertragsärzte zugekommen sind.

Die KBV setzt sich vehement dafür ein, dass die Krankenkassen die Mehrkosten erstatten. Dazu läuft derzeit auch eine Online-Befragung des InBa, um herauszufinden, inwieweit die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes und der Landeshygieneordnungen zu veränderten Kosten in den Arztpraxen geführt haben.

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