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Praxisnachrichten

Fehlermanagement: Erste Ergebnisse aus dem Projekt CIRSforte

24.10.2019 - Die Etablierung eines Fehlerberichts- und Lernsystems in Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten steht im Fokus des Projekts „CIRSforte“. Erste Ergebnisse des vor zweieinhalb Jahren gestarteten Projekts werden am 30. Oktober auf einem Symposium in Berlin vorgestellt.

Dabei wird unter anderem aufgezeigt, welche unterstützenden Maßnahmen besonders geeignet sind, um ein Berichts- und Lernsystem in der Praxis einzuführen beziehungsweise weiterzuentwickeln. Zudem wird dargestellt, was sich in den beteiligten Arztpraxen verändert hat.

Schwachpunkte erkennen

Seit Sommer 2018 nehmen 184 Praxen an dem Projekt teil. Durch den offenen Austausch über Fehler oder andere kritische Ereignisse sollen Schwachpunkte und Risiken in Arbeitsabläufen identifiziert und für Verbesserungen genutzt werden.

Das Projektteam von „CIRSforte“ will herausfinden, was Praxen daran hindert beziehungsweise dazu motiviert, ein internes Fehlerberichts- und Lernsystem, kurz CIRS, zu nutzen. Das Wort "CIRS" steht für Critical Incident Reporting-System. Online-Module und weitere Arbeitsmaterialien stehen unter www.cirsforte.de zur Verfügung.

CIRSmedical.de – Berichtssystem der Ärzteschaft

Ein bereits etabliertes Berichts- und Lernsystem der deutschen Ärzteschaft ist CIRSmedical.de. Alle im Gesundheitswesen Tätige können dort anonym über Fehler und kritische Ereignisse in der Medizin berichten. Betreiber ist das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), dass das System im Auftrag von KBV und Bundesärztekammer bereitstellt.

Förderung durch Innovationsfonds

Die Studie „CIRSforte“ wird vom Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main durchgeführt. Partner sind das Aktionsbündnis Patientensicherheit, die Techniker Krankenkasse, das ÄZQ, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und die Asklepios Kliniken.

Finanziert wird die Studie mit Fördermitteln aus dem Innovationsfonds, den der Bundestag mit dem Versorgungsstärkungsgesetz ins Leben gerufen hat. Mit der Förderung innovativer Projekte soll die medizinische Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung dauerhaft weiterentwickelt und verbessert werden.

Anmeldung zum Symposium noch möglich

Das Symposium findet am 30. Oktober von 13.00 bis 17.00 Uhr im Hotel Aquino in der Hannoverschen Straße 5B in 10115 Berlin statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Nähere Informationen und das Anmeldeformular finden Interessenten hier.

Risiko- und Fehlermanagement mit QEP

Das Qualitätsmanagement-System der Kassenärztlichen Vereinigungen und der KBV, QEP - Qualität und Entwicklung in Praxen®, unterstützt die Praxen im Umgang mit Fehlern und Risiken und auch dabei,diese möglichst frühzeitig zu erkennen. QEP beinhaltet konkrete Vorschläge zur Organisation von Abläufen, zur Regelung von Verantwortlichkeiten sowie Tipps zur Dokumentation in der Patientenakte.

Dabei stehen besonders sicherheitsrelevante Prozesse rund um die Patientenversorgung im Mittelpunkt. Aber auch wirtschaftliche Risiken, die sich unter anderem durch eine fehlerhafte Abrechnung, eine unvollständige Dokumentation sowie durch Missverständnisse in der internen und externen Kommunikation ergeben können, werden angesprochen.

Ziel ist es, alle Tätigkeiten konsequent an fachlichen, gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen auszurichten – und sich dabei an den Bedürfnissen von Patienten und Mitarbeitern zu orientieren. So kann für alle Beteiligten eine größtmögliche Sicherheit und Zufriedenheit erreicht werden.

Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten sind seit 2004 gesetzlich verpflichtet, ein sogenanntes einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln (§ 135a SGB V). In der QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses sind die Ziele, Grundsätze, Instrumente und der Zeitrahmen für eine Einführung und Weiterentwicklung festgelegt.

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