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Praxisnachrichten

Früherkennung Darmkrebs: Neue Datenerfassung ab 2020

24.10.2019 - Für die Darmkrebsfrüherkennung gelten ab dem 1. Januar 2020 neue Dokumentationsvorgaben. Den Termin hat der Gemeinsame Bundesausschuss jetzt festgelegt.

Die Umstellung der Dokumentation dient dazu, die neuen organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme, die entsprechend den Beschlüssen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) angeboten werden, zu evaluieren. Mit der Evaluation soll die Qualität der Programme systematisch erfasst und weiterentwickelt werden.

Dazu ist vorgesehen, die pseudonymisierten Daten der Ärzte mit anderen Daten beispielsweise der klinischen Krebsregister zusammenzuführen. So sollen insbesondere die Teilnehmerraten, das Auftreten von Intervallkarzinomen, der Anteil falsch positiver Befunde und Daten zur Sterblichkeit ausgewertet werden.

Welche Angaben Ärzte konkret zu dokumentieren haben, ist in der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) festgelegt; die genauen Spezifikationen wurden vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) erstellt und zum 1. Juli veröffentlicht.

Neue Dokumentationsanforderungen

Die bisher geltende Dokumentation für die Koloskopie wird zum 1. Januar abgelöst durch die neuen Vorgaben.  Inhaltlich unterscheidet sich die Dokumentation von der bisherigen nur wenig. Neu ist beispielsweise, dass nun auch serratierte Adenome erfasst werden müssen. Hierzu werden jedoch Anpassungen in der Praxissoftware nötig sein.

Neu für Laborärzte, die die immunologischen Tests auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) durchführen, ist unter anderem, dass sie die Daten ab Januar patientenbezogen erfassen und übermitteln. Auch hierfür wurden vom IQTiG Software-Spezifikationen bereitgestellt. Dafür entfallen die Quartalsberichte.

Praxen übermitteln Daten an ihre KV

Im Rahmen der Programmevaluation werden die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Funktion der Datenannahmestellen übernehmen. Das heißt: Die Ärzte übermitteln ihre Daten online an ihre KV, die sie zur datenschutzkonformen Verschlüsselung und Auswertung an eine Bundesauswertestelle schickt.

Diese Bundesauswertestelle wird voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2020 ihre Arbeit aufnehmen können. Aus Datenschutzgründen können Ärzte erst dann ihre Daten an die KVen übermitteln. Die Vertragsärzte müssen dennoch ab dem 1. Januar 2020 nach den neuen Regeln dokumentieren und die Daten in der Praxis vorhalten, bis der Datenversand möglich ist.

Softwarehäuser kontaktieren

Da das IQTiG die technischen Vorgaben für die Doku-Software erstellt hat, ist eine Zertifizierung durch die KBV nicht möglich.

Die Softwareanbieter sind aufgefordert, die Software bis zum 1. Januar 2020 in den Praxisverwaltungssystemen (PVS) anzupassen. Alle beteiligten Vertragsärzte sollten ihren PVS-Hersteller rechtzeitig kontaktieren, um Fragen der Implementierung zu klären. 

PraxisInfo mit Details zur Doku

Die KBV bereitet derzeit eine Praxisinformation mit den wichtigsten Punkten zu den neuen Dokumentationsvorgaben vor, die sie im November veröffentlichen wird. Die PraxisNachrichten werden darüber berichten.

Übersicht: Infomaterialien zur Darmkrebsfrüherkennung

Praxisinformation für Ärzte

Nur zum Herunterladen und Ausdrucken.

Patienteninformationen

Nur zum Herunterladen und Ausdrucken.

Plakat
Versicherteninformationen des G-BA

Hinweis: Gedruckte Exemplare der ausführlichen Versicherteninformation des G-BA zum organisierten Darmkrebsscreening-Programm können Ärzte bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung bestellen.

Versicherteninformation für Männer und Frauen

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