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Praxisnachrichten

Anschluss an die TI: Was passiert mit Nebenbetriebsstätten und ausgelagerten Praxisräumen?

31.10.2019 - Nicht nur Praxen am Hauptsitz, sondern auch Nebenbetriebsstätten müssen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein. Anders sieht es bei ausgelagerten Praxisräumen aus.

Nebenbetriebsstätten gelten als eigenständige Vertragsarztpraxis, weshalb auch diese Einrichtungen mit der Telematikinfrastruktur (TI) verbunden sein müssen. Sie haben Anspruch auf die gleichen Pauschalen wie zur Ausstattung des Hauptsitzes. Sofern die beiden Standorte technisch miteinander verbunden sind, können sie jedoch den gleichen Konnektor verwenden.

Ärzte, die über den Praxissitz hinaus in einer Nebenbetriebsstätte tätig sind, erhalten für diese Zweigpraxis einen Konnektor, mindestens ein stationäres Kartenterminal und einen eigenen Praxisausweis sowie die laufenden Betriebskosten finanziert (Übersicht zur technischen Ausstattung).

Ausgenommen von dieser Regelung sind ermächtigte Ärzte und Einrichtungen, deren Ausstattung über die Krankenhäuser läuft und die eine entsprechende Kostenerstattung über die Vereinbarung zwischen GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft erhalten.

Ausgelagerte Praxisräume arbeiten mit mobilem Kartenterminal

Anders als die Nebenbetriebsstätten haben ausgelagerte Praxisräume keine eigene Betriebsstättennummer und werden somit auch nicht als eigenständige Vertragsarztpraxis gezählt. Praxen nutzen diese Räumlichkeiten etwa für große Röntgengeräte oder als Operationszentrum.

Für ausgelagerte Praxisräume haben Ärzte daher nur Anspruch auf ein mobiles Kartenterminal sowie einen zusätzlichen Praxisausweis und die entsprechende Vergütung. Mit einem solchen mobilen Kartenterminal ist derzeit jedoch kein Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) möglich. Dies erfolgt vorher in der Vertragsarztpraxis am Hauptsitz, die Patienten ohnehin immer zuerst aufsuchen müssen: Denn ein Erstkontakt oder Sprechstunden sind in ausgelagerten Praxisräumen nicht zulässig.

Diese Kosten werden ab 2020 erstattet

Die Erstausstattungspauschale beläuft sich aktuell auf 1.982 Euro, ab 2020 auf 1.549 Euro (1.014 Euro für den Konnektor und 535 Euro für das Kartenterminal). Größere Praxen erhalten je nach Anzahl der tätigen Ärzte und Psychotherapeuten für weitere Kartenterminals zusätzlich 435 Euro pro Gerät, ab 2020 535 Euro.

Finanziert werden einmalig 900 Euro als TI-Startpauschale sowie eine Erstattung der laufenden Betriebskosten für Konnektor und VPN-Zugangsdienst. Pauschalen gibt es zudem für den Praxisausweis (SMC-B) und den elektronischen Heilberufeausweis.

Praxen mit Anspruch auf ein mobiles Kartenterminal erhalten 350 Euro pro Gerät sowie die Betriebskostenpauschale für einen zusätzlichen Praxisausweis.

Im kommenden Jahr starten das Notfalldatenmanagement (NDFM) und der elektronische Medikationsplan (eMP) in der TI. Dann sind Updates für den Konnektor und das Praxisverwaltungssystem erforderlich sowie weitere Kartenterminals für die Behandlungszimmer. Hierfür erhalten Zweigpraxen ebenfalls die entsprechende Vergütung.

Übersicht zur TI-Finanzierung

Eine aktuelle tabellarische Übersicht zur TI-Finanzierung kann hier als PDF-Dokument (23 KB) heruntergeladen werden. Praxen erhalten so einen schnellen Überblick was wann für die Erstausstattung, die laufenden Betriebskosten sowie die Ausstattung für NFDM und eMP erstattet wird.

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