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Praxisnachrichten

Voneinander lernen - 15 Jahre Qualitätszirkelkonzept der KBV

31.10.2019 - Der kollegiale und fachliche Austausch unter Ärzten und Psychotherapeuten hat sich in Form von Qualitätszirkeln bundesweit etabliert. Die KBV hat dazu vor 15 Jahren ein Konzept erarbeitet, welches kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Die Zirkel zählen bundesweit zu den bewährten Methoden der Qualitätssicherung und -förderung in der ambulanten Versorgung und sind heute nicht mehr wegzudenken. Die KBV unterstütze Qualitätszirkel „von der ersten Stunde an“, resümierte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Denn sie seien eine sehr gute Variante für kollegialen und vertraulichen Austausch, wovon letztlich die Versorgung der Patienten profitiere.

Kollegialen Austausch gab es schon in der Industrie

Bereits in den frühen 80er Jahren tauschten sich Beschäftigte in der Industrie untereinander aus und reflektierten das eigene Handeln. Die Methode kam bald darauf auch im Gesundheitswesen an und erste Zirkelprojekte machten ihre Erfahrungen.

Das war Anlass für die KBV, Qualitätszirkel als anerkanntes Verfahren in ihre Richtlinien zur Qualitätssicherung aufzunehmen. Zugleich starteten in den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) verschiedene Projekte der Zirkelarbeit gemeinsam mit wissenschaftlichen Instituten und Krankenkassen. Diese beiden Komponenten bildeten die Basis für die bundesweite Etablierung von Qualitätszirkeln. 

Konzept basiert auf Train-the-Trainer-Prinzip

Die KBV förderte von Anfang an die Verbreitung der Qualitätszirkel und entwickelte ein Unterstützerkonzept. Dieses wurde erstmals 2004 im „Handbuch Qualitätszirkel der KBV“ veröffentlicht und ist seitdem kontinuierlich weiterentwickelt worden. In diesem Jahr ist das Handbuch bereits zum vierten Mal aufgelegt worden.

Grundlage ist das Train-the-Trainer-Prinzip. Nach diesem Prinzip werden erfahrene Qualitätszirkel-Moderatoren zu Tutoren ausgebildet, die dann wiederum in ihren Regionen Moderatoren aus- und fortbilden. Seit Einführung hat die KBV bereits 145 Tutoren qualifiziert, die ihr Wissen in die Qualitätszirkel ihrer Region tragen und an Moderatoren weitergeben. Alle KVen fördern die Qualitätszirkelarbeit.

Module zu 45 Themen

Später ergänzte die KBV das Konzept mit Modulen zu verschiedenen Themen als Empfehlung für die Vorbereitung und den Ablauf einer Zirkelsitzung, wobei die Themenvielfalt von Jahr zu Jahr erweitert wurde. Das Spektrum reicht von Differentialdiagnostik über Ethik und Hygiene bis zur Psychotherapie. Aktuell wurde gerade ein Modul zum Thema „Sepsis früh erkennen“ entwickelt und in Arbeit ist ein Modul zum Impfen.

Insgesamt stehen den Zirkelleitern und Tutoren jetzt 45 didaktisch aufbereitete Themen zur Verfügung. Ergänzt werden diese durch Präsentationen, vielfältige Materialien und Video-Tutorials. Alle Inhalte sind online hier verfügbar.

Bundesweit existieren rund 8.400 Zirkel

Inzwischen gelten Qualitätszirkel bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten als etablierte und beliebte Form des kollegialen Lernens sowie als Gelegenheit, ihre beruflichen Kompetenzen im fachlichen Austausch mit Kollegen weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse der Zirkelarbeit fließen zumeist unmittelbar in den Praxisalltag ein und dienen der Patientensicherheit – so in den Bereichen Diagnostik, Therapie, Arzt-Patienten-Kommunikation oder Praxisorganisation. Mit der Teilnahme an Qualitätszirkeln können auch Fortbildungspunkte erworben werden.

In Deutschland engagiert sich mehr als ein Drittel aller niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten (etwa 67.000) jährlich in den derzeit rund 8.400 Zirkeln bundesweit.

Tutoren-Treffen – Interessierte sind willkommen

Zu einem Treffen von Tutoren und Moderatoren für Qualitätszirkel lädt die KBV am 8. und 9. November nach Berlin ein. Neben Vorträgen gibt es die Möglichkeit, sich in Workshops zu verschiedenen Themen auszutauschen und fortzubilden.

Ausdrücklich eingeladen zu dem Treffen sind auch Ärzte und Psychotherapeuten, die an Qualitätszirkeln ganz allgemein oder an einer Tätigkeit als Moderator beziehungsweise Tutor interessiert sind. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Programm und Informationen stehen hier zur Verfügung.

Qualitätszirkel – 45 Themen-Module stehen zur Verfügung

Qualitätszirkel sind eine etablierte Form des kollegialen Lernens und gelten in der vertragsärztlichen Versorgung seit 25 Jahren als eine anerkannte, auf ärztlicher Eigeninitiative beruhenden Methode der Qualitätssicherung.

Rund 67.000 ambulant tätige Ärzte und Psychotherapeuten nutzen die Zirkel jedes Jahr, um sich im Austausch mit Kollegen fortzubilden und die beruflichen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Derzeit gibt es rund 8.400 Zirkel bundesweit. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Themen werden in der Regel durch die Zirkelteilnehmer selbst ausgewählt.

Die KBV fördert die Arbeit von Qualitätszirkeln unter anderem durch die didaktisch aufbereiteten Themen-Module. Damit erhalten Zirkelmoderatoren eine Empfehlung für die Vorbereitung und den Ablauf einer Zirkelsitzung. Derzeit stehen bereits 45 solcher Module zur Verfügung, die alle hier zum Download zu finden sind.

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