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Viele Akteure, viel Arbeit bei der ePA

Kriedel: Bei der ePA müssen alle mitziehen

31.10.2019 - Bei der elektronischen Patientenakte muss nach Ansicht von KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel „arbeitsteilig“ vorgegangen werden. Die KBV habe dabei die zentrale Aufgabe, die medizinischen Inhalte zu definieren, sagte Kriedel im Interview.

Die Gematik werde die Technik spezifizieren, damit die Krankenkassen auf dieser Basis ihren Versicherten eine Patientenakte zur Verfügung stellen könnten. Vor allem müssten aber auch die PVS-Hersteller ihren technischen Beitrag leisten, „damit die elektronische Patientenakte (ePA) auch in die Krankenhäuser und in die Praxen kommen kann“.

Die technischen Spezifikationen müssten von der Gematik vorgegeben werden, betonte Kriedel im Web-TV der KBV und appellierte zugleich an die Industrie, die Konnektoren-Updates für die ePA rechtzeitig vor dem Ausrollen der ePA 2021 zur Verfügung zu stellen. Zunächst sei jedoch ein eHealth-Konnektor-Update notwendig, „damit der Arzt beispielsweise medizinische Daten mit Signatur an einen Kollegen oder in die Telematikinfrastruktur (TI) verschicken kann“.

Mit diesem Update ist es dann auch möglich, die medizinischen Anwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan zu nutzen. Bisher kann der Konnektor lediglich die Versichertenstammdaten abgleichen.

Sehr enger Zeitplan

Das seien schwierige Aufgaben, die Zeit bräuchten, gab Kriedel zu Bedenken. Erfahrungsgemäß habe es „eben gedauert, bis man 150.000 Arzt-, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser mit der Software ausstattet“. Deshalb bestünde „die Sorge, dass dieser Zeitplan sehr, sehr eng wird und nur mit Schwierigkeiten gehalten werden kann“.

KBV stellt zentralen Teil der ePA

„Die KBV hat die Aufgabe, den zentralen Teil der ePA zu definieren, nämlich die medizinischen Daten“, erläuterte der KBV-Vorstand. Die medizinischen Inhalte und auch die Semantik müsse die KBV entwickeln. Kriedel: „Wir nennen das MIOs: medizinische Informationsobjekte. Diese MIOs werden von uns entwickelt, dann in ein Kommentierungsverfahren gegeben, ins Benehmen gesetzt mit allen Beteiligten und dann als endgültiges Produkt an die Gematik geliefert.“ Dies ist zum Beispiel der elektronische Impfpass.

Die Gematik entscheide dann, wann die MIOs in die ePA eingestellt werden können, betonte Kriedel. Das sei ein langes Verfahren.

Anfang 2020 erste MIOs in Kommentierungsphase

Derzeit arbeite die KBV Kriedel zufolge mit Hochdruck an den MIOs. Dabei sei der erste Schritt die Entwicklung eines Verfahrens gewesen, wie man die übrigen zu beteiligenden Stakeholder mit einbeziehe. Dazu gebe es nunmehr eine Verfahrensordnung. „Jetzt geht es an die Arbeit“, kündigte Kriedel an. „Wir selbst haben die Konzeption entwickelt und sind dabei, ein Team aufzubauen.“

Kriedel zeigte sich zuversichtlich, „dass wir Anfang 2020 die ersten MIOs in die Kommentierungsphase geben können“.

ePA wird Pflicht

Die ePA ist die größte Anwendung in der TI. Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten ab 1. Januar 2021 eine ePA anzubieten.

Der Kabinettsentwurf für das Digitale-Versorgung-Gesetz enthält die Verpflichtung für Ärzte und Psychotherapeuten, ab dem 1. Juli 2021 die notwendige Ausstattung vorzuhalten, um Daten in die ePA übertragen und auslesen zu können. Andernfalls droht eine Kürzung der Vergütung um ein Prozent.

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