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Praxisnachrichten

KBV und DKG: Strukturwandel in beiden Bereichen notwendig

14.11.2019 - Für die Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Land sind der KBV und der Deutschen Krankenhausgesellschaft zufolge strukturelle Veränderungen im ambulanten wie stationären Bereich notwendig. Allerding sei es "eine Vision, dass es in jedem Dorf einen Arzt" geben müsse, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen bei einer Diskussionsveranstaltung in Berlin.

In der "Kontroversen Mittagspause", einer Veranstaltungsreihe der KBV, diskutierten am Dienstag der KBV-Vorstandsvorsitzende und der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß, über die Zukunft der medizinischen Versorgung auf dem Land.

Beide Gesprächspartner mahnten Unterstützung bei der Politik an. Es seien "verantwortliche politische Entscheidungen nötig", was den Bürgern „angeboten oder zugemutet“ werden solle, betonte der DKG-Chef zur aktuellen Debatte um die Schließung von unrentablen Krankenhäusern und fügte hinzu: "Wir kämpfen nicht um jedes Bett, aber es muss ein gemeinsames Ziel geben."

Politik in der Verantwortung

"Die Politik kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen", sagte Gassen. Er wies auf Beispiele hin, wo die Länder eine Schließung kleiner unwirtschaftlicher Krankenhäuser verhindert hätten, obwohl die Landeskrankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Vereinigung ein Konzept vorgelegt hätten, wie die Menschen vor Ort an dem Standort hätten weiter medizinisch versorgt werden können.

Gassen sprach sich dafür aus, ambulante und stationäre Strukturen stärker zusammenzuführen und verwies dabei auf die von der KBV bereits vor einem Jahr vorgeschlagenen Intersektoralen Gesundheitszentren (IGZ). "In diese Form könnten kleine defizitäre Krankenhäuser umgewandelt und damit der Standort erhalten werden." In den Zentren könnten Praxis- und ehemalige Klinikärzte Patienten gemeinsam ambulant behandeln.

Mit Blick auf die IGZ gab Gaß zu bedenken, dass derartige Zentren nicht an allen Standorten „Sinn machen“. Wenn ein kleines Krankenhaus schließt, sollte man schauen, was die Region konkret brauche. Schließlich seien oft auch an kleinen Kliniken Rettungsdienste angesiedelt oder es würden dort Pflegekräfte ausgebildet werden. Das könne ein IGZ „nicht abfangen“.

Landarztquote ist keine Lösung

Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen sei nicht durch eine Landarztquote sicherzustellen, betonte Gassen. Vielmehr müssten mehr Anreize für flexible Lösungen gesetzt werden, damit Ärzte beispielsweise in Gegenden mit wenigen Einwohnern stundenweise Sprechstunden anbieten.  Es gebe bereits gute Beispiele.
In ländlichen Regionen, aus denen die Menschen wegzögen und Supermärkte geschlossen würden, könnten auch Ärzte nicht wirtschaftlich arbeiten. Gassen zufolge ist es illusorisch, dass Patienten in der Uckermark den gleichlangen Weg zum nächsten Arzt haben werden, wie Menschen im Zentrum Berlins.

 

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