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Wirbel um TI-Sicherheit - KBV schaltet Hotline für Praxen

14.11.2019 - Zur Unterstützung der Praxen beim Schutz sensibler Patientendaten hat die KBV auf ihrer Internetseite Informationen für Ärzte und Psychotherapeuten zusammengestellt. Zudem richtet sie ab Freitag eine Hotline ein. Es geht vor allem um den korrekten Anschluss an die Telematikinfrastruktur.

„Aktuelle Medienberichte, nach denen zahlreiche Arztpraxen nur ungenügend vor Hacker-Angriffen geschützt seien, haben erneut zu einer großen Verunsicherung geführt. Mit unserem Serviceangebot wollen wir Ärzte und Psychotherapeuten bei Fragen rund um den sicheren Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) Unterstützung bieten“, betonte KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen.

Die Hotline wird ab Freitag, 8 Uhr, erreichbar sein. Praxen können dann unter der Telefonnummer 030 4005 2000 montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags bis 17 Uhr sowie per E-Mail (it-security@kbv.de) ihre Fragen stellen.

Gassen mahnt Verantwortung der Politik an

Gassen verwahrte sich zugleich dagegen, den Niedergelassenen einseitig die Schuld für angebliche Sicherheitsmängel zuzuweisen. Es sei Aufgabe der Politik, klare Vorgaben für die sichere Anbindung an die Telematikinfrastruktur zu machen. „Es muss dringend eine gesetzliche Regelung geschaffen werden, um zu klären, in welchem Umfang die gematik für die Sicherheit der TI verantwortlich ist“, forderte er.

Medien hatten berichtet, dass zahlreiche Arztpraxen nur ungenügend vor Hacker-Angriffen geschützt seien. Dabei wurde unter Bezugnahme auf ein vertrauliches Papier der gematik der Eindruck vermittelt, mehr als 90 Prozent der an die TI angeschlossenen Praxen wiesen Sicherheitsrisiken in ihrer IT-Infrastruktur auf.

„Das ist einfach Unfug und trägt nur zur Verunsicherung von Ärzten und Patienten bei“, empörte sich Gassen. Bei den 90 Prozent handelt es sich offenbar um Praxen, deren Konnektor im sogenannten Parallelbetrieb installiert wurde – eine der zwei Standardvarianten, die nach Auskunft der gematik ebenso sicher ist wie der Reihenbetrieb.  

gematik: TI ist sicher

In einer Pressemitteilung stellte die gematik klar, dass ein zusätzlich parallel installierter Konnektor nichts am Schutzniveau des bestehenden Internetzugangs einer Praxis ändere. Richtig installiert, würden Patientendaten in der Praxis sogar effektiver als bisher geschützt.

Allerdings sei jeder Arzt für die Sicherheit seiner Praxis-IT selbst verantwortlich, so die gematik. „Gelangt Schadsoftware wie Viren und Trojaner in das IT-System einer Arztpraxis, wird das nicht durch einen parallel installierten Konnektor verursacht, sondern durch mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen der Praxis-IT kombiniert mit einer möglicherweise unbedachten Internetnutzung.“

 

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