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Praxisnachrichten

Qualitätsvorgaben zur intravitrealen Medikamenteneingabe angepasst

21.11.2019 - Die optische Kohärenztomographie kann seit 1. Oktober zur Diagnostik und Therapiesteuerung bei einer intraviteralen Medikamenteneingabe eingesetzt werden. Die Qualitätssicherungsvereinbarung dazu wurde ebenfalls zu Quartalsbeginn angepasst.

Die Anpassungen betreffen unter anderem die fachliche Befähigung. Ärzte, die eine Genehmigung für die intravitrale Medikamentengabe (IVM) beantragen, müssen nun zusätzlich den Nachweis der selbstständigen Indikationsstellung und Befundung von 100 optischen Kohärenztomographien (OCT) am Augenhintergrund unter Anleitung oder alternativ der selbstständigen Durchführung von mindestens 200 OCT-Untersuchungen am Augenhintergrund erbringen.

Für Ärzte, die bereits vor dem 1. Oktober über eine Abrechnungsgenehmigung zur IVM verfügt haben, gilt diese Vorgabe nicht. Sie können die Leistungen ohne zusätzlichen Nachweis der fachlichen Befähigung weiterhin durchführen.

Die IVM war 2014 bereits in den EBM aufgenommen worden. Mit der Aufnahme der OCT in den Leistungskatalog für die Indikationen neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration und Makulaödem bei diabetischer Retinopathie mussten auch die Anforderungen zur Qualitätssicherung der IVM angepasst werden.

Alternativen zum Kurs

Zu den Neuerungen der QS-Vereinbarung gehört außerdem, dass der bislang obligatorisch vorgeschriebene vierstündige Kurs zur IVM nicht mehr verpflichtend ist. Statt des Kurses können nunmehr auch alternativ nach dem 1. Januar 2010 erworbene Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten über die Indikationsstellung und Durchführung von IVM anerkannt werden. Auch wer schon 100 IVM selbstständig durchgeführt hat, kann ohne Kursteilnahme eine Abrechnungsgenehmigung erhalten.

Dokumentationsprüfung

Weitere Anpassungen in der Qualitätssicherungsvereinbarung betreffen die Überprüfung der ärztlichen Dokumentation insbesondere die Überarbeitung der Prüfkriterien, bei der nun auch die OCT berücksichtigt wird. Neu ist zudem, dass bei beanstandungsfreier Überprüfung der ärztlichen Dokumentation eines Arztes die Dokumentationsprüfung für drei Jahre ausgesetzt wird.

Optische Kohärenztomographie

Das bildgebende Verfahren der optischen Kohärenztomographie (OCT) basiert auf unterschiedlichen Reflexionen von Laserlicht durch verschiedene Gewebeschichten. Die OCT wird im augenärztlichen Bereich vor allem zur Untersuchung der Netzhaut verwendet und ermöglicht eine Darstellung der verschiedenen Schichten und Anteile der Netzhaut – ähnlich histologischen Schnittbildern. Bei Netzhauterkrankungen soll die OCT eine frühzeitige Diagnostik von pathologischen Prozessen ermöglichen, bevor diese zum Beispiel durch eine Verschlechterung der Sehstärke auffällig werden.

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