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Vergütungsregelungen für TSS-Termine leicht angepasst

12.12.2019 - Für Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter erhalten Ärzte ab Januar nun doch einen Aufschlag, wenn der Termin zeitnah über eine Terminservicestelle vermittelt wurde. Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt. Darüber hinaus wurden die TSS-Vergütungsregelungen in zwei weiteren Punkten geändert. 

Hintergrund ist, dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) den Bewertungsausschuss aufgefordert hatte, die Regelungen in einigen Punkten anzupassen. Beanstandet wurde, dass die zeitgestaffelten Zuschläge für die Vermittlung von Terminen durch die Terminservicestellen (TSS) auch für U-Untersuchungen gezahlt werden sollten. Darüber hinaus hat das BMG zu weiteren Punkten Auflagen erteilt.

Zuschlag für TSS-Termin zur U-Untersuchung 

Nach der beschlossenen Regelung können die betroffenen Ärzte ab 2020 eine Zusatzpauschale abrechnen, wenn am Behandlungstag ausschließlich eine U-Untersuchung erfolgt. Dazu wird die Gebührenordnungsposition (GOP) 01710 in den EBM aufgenommen.

Die Höhe der Bewertung der GOP 01710 ist wie bei den TSS-Zuschlägen abhängig von der Wartezeit auf einen Termin (114 Punkte: Termin innerhalb von acht Tagen / 68 Punkte: Termin innerhalb von neun bis 14 Tagen / 45 Punkte: Termin innerhalb von 15 bis 35 Tagen). Erster Zähltag ist auch hier der Tag der Kontaktaufnahme des Patienten bei der TSS.

TSS-Zuschläge auch für ermächtigte Ärzte

Für ermächtige Ärzte, Institute beziehungsweise Krankenhäuser, die ausgewählte Leistungen ambulant durchführen dürfen („Teil-Ermächtigte“) werden zwei neue GOP in den EBM aufgenommen: Die 01322 als Zuschlag zur GOP 01320 und die 01323 als Zuschlag zur GOP 01321.

Beide GOP sind für Patienten, die über die TSS vermittelt werden, einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Die Höhe der Bewertung ist analog zu den anderen TSS-Zuschlägen nach der Länge der Wartezeit auf einen Termin gestaffelt.

Ärzte mit einem vollen Ermächtigungsumfang dürfen nach wie vor anstelle der neuen GOP 01322 und 01323, die zeitgestaffelten Zuschläge zur Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale für Patienten abrechnen, die über eine Terminservicestelle vermittelt werden.

„Zuschläge“ statt „Zusatzpauschalen“

Eine weitere Anpassung betrifft die Bezeichnung der Aufschläge im EBM: Sie werden von „Zusatzpauschalen“ in „Zuschläge“ umbenannt. Dies war ebenfalls eine Forderung des BMG. Andere Auflagen hat das Ministerium mittlerweile zurückgezogen.

TSS-Terminvermittlung: Zusatzpauschale für U-Untersuchungen

Für Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter erhalten Ärzte ab Januar 2020 eine Zusatzpauschale, wenn der Termin zeitnah über eine Terminservicestelle (TSS) vermittelt wurde.

Kinder- und Jugendärzte, Hausärzte, Gynäkologen, Orthopäden, Hals-Nasen-Ohren Ärzte sowie Phoniater rechnen die Zusatzpauschale anstatt der zeitgestaffelten Zuschläge zur Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale ab.

Zeitraum ab Kontaktaufnahme des Versicherten bei der TSS bis zum Behandlungstag GOP 01710 – Bewertung*
1. bis 8. Tag 114 Punkte
9. bis 14. Tag 68 Punkte
15. bis 35. 45 Punkte
*Die Höhe der Bewertung der GOP 01710 entspricht 50, 30 bzw. 20 Prozent der gewichteten Zusammenführung  der Versichertenpauschalen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (Bewertung der GOP 04001 mit einem Gewicht von 90 Prozent und Bewertung der GOP 04002 mit einem Gewicht von 10 Prozent).

Hinweise zur Abrechnung

Die GOP kann nur in Fällen abgerechnet werden, in denen Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des EBM-Abschnitts 1.7.1 durchgeführt werden und der Termin über eine Terminservicestelle vermittelt wurde.

  • Die GOP kann nicht abgerechnet werden, wenn Termine für Laboruntersuchungen oder die J1 vermittelt wurden.
  • Am selben Behandlungstag dürfen keine kurativen Leistungen durchgeführt und keine Versicherten- oder Grundpauschalen berechnet werden, an anderen Tagen im Quartal hingegen schon (alle Leistungen im Arztgruppenfall werden dann extrabudgetär vergütet).
  • Die GOP ist einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Das heißt: Sie ist nicht berechnungsfähig, wenn das Kind in demselben Quartal in derselben Praxis bereits von einem Arzt der Arztgruppe, die die Früherkennungsuntersuchung durchführt, behandelt wurde.
  • Kennzeichnung als TSS-Terminfall und nach Zeitraum ab Kontaktaufnahme mit den Buchstaben B (50 Prozent), C (30 Prozent) und D (20 Prozent).

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