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Onkologie-Vereinbarung wird zum 1. Januar angepasst

19.12.2019 - Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben sich auf verschiedene Anpassungen in der Onkologie-Vereinbarung zum 1. Januar 2020 geeinigt. Sie betreffen unter anderem Abrechnungsbestimmungen für die Kostenpauschalen zur oralen Tumortherapie und Palliativversorgung sowie den Ersatz des Begriffs „zytostatische Tumortherapie“.

Ausschluss der Kostenpauschale 86520 gegen 86518

Künftig kann der behandelnde Arzt bei einem Patienten im Quartal (Behandlungsfall) entweder nur die Kostenpauschale 86520 für die orale Tumortherapie oder die Kostenpauschale 86518 für die Palliativversorgung berechnen. Die Abrechnung beider Pauschalen im gleichen Behandlungsfall ist ausgeschlossen.

Diese Änderung erfolgt, da die Berechnung der Kostenpauschale 86518 für die Palliativversorgung den Abschluss einer Tumortherapie voraussetzt. Eine weitere Begründung: Auch für die Kostenpauschale 86516 (intravenöse/intraarterielle Tumortherapie) ist die Berechnung der Kostenpauschale 86518 im gleichen Behandlungsfall ausgeschlossen.

Ersatz des Begriffs „zytostatische Tumortherapie“

Weiterhin wird in der gesamten Onkologie-Vereinbarung der Begriff „zytostatische Tumortherapie“ durch „medikamentöse Tumortherapie“ ersetzt und eine entsprechende Definition aufgenommen (§ 4). Damit wird die Onkologie-Vereinbarung an den Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik angepasst.

Die medikamentöse Tumortherapie umfasst neben unspezifisch zytostatisch wirksamen Medikamenten auch neue Medikamente, die zum Beispiel gezielt bestimmte Stoffwechselschritte blockieren, die für das Tumorzellwachstum wichtig sind oder Mechanismen auslösen, die Tumorzellen immunologisch angreifbar machen.

Gleichzeitig wird in der Onkologie-Vereinbarung klargestellt, dass Therapien mit ausschließlich hormonell beziehungsweise antihormonell wirksamen Medikamenten (ATC-Klasse L02-Endokrine Therapie) nicht zur medikamentösen Tumortherapie zählen und damit auch nicht zur Berechnung der Kostenpauschen berechtigen.

Facharztbezeichnungen werden angepasst

In der Onkologie-Vereinbarung werden außerdem die Facharztbezeichnungen für die Hämatologen/Onkologen an die aktuelle Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer angeglichen (neu: Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie). Zugleich wird eine Regelung zum Bestandsschutz der bisherigen Bezeichnungen in die Onkologie-Vereinbarung aufgenommen.

Des Weiteren wird der Wortlaut „intravenös und/oder intraarteriell“ zur Vereinheitlichung in „intravasal“ geändert. Hierbei wird klargestellt, dass mit „intravasal“ auch „intravenös“ beziehungsweise „intraarteriell“ gemeint ist.

Fristverlängerungen vereinbart

Darüber hinaus haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband auf verschiedene Fristverlängerungen geeinigt. Die Fristen zur EDV-Dokumentation sowie in den Protokollnotizen zum Anhang 2 (Erstellung einer Medikamentenliste für die Kostenpauschale 86516) werden jeweils um ein weiteres Jahr verlängert. Die Frist in der Protokollnotiz, die eine Überprüfung der Bewertung der Kostenpauschale 86520 bis zum 30. Juni 2020 vorsieht, bleibt bestehen.

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