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Praxisnachrichten

Neue EBM-Leistung: Medikament Lynparza bei Krebstherapie

19.12.2019 - Zum 1. Januar wird die neue Gebührenordnungsposition 11601 in den EBM aufgenommen. Damit wird der Nachweis oder Ausschluss einer Mutation in der Keimbahn in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 vor einer Verordnung des Arzneimittels Lynparza vergütet.

Die neue Gebührenordnungsposition (GOP) ist nur berechnungsfähig, sofern die Indikationskriterien des hereditären Mamma- und Ovarialkarzinoms nach der GOP 11440 gemäß der Qualitätssicherungs-Vereinbarung Molekulargenetik nicht erfüllt sind.

Zusatznutzen des Medikaments festgestellt

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte für den Wirkstoff Olaparib (Handelsname Lynparza) einen Zusatznutzen festgestellt. Lynparza wird als Monotherapie für die Erhaltungstherapie erwachsener Patientinnen mit einem Platin-sensitiven Rezidiv eines high-grade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms angewendet, die auf eine Platin-basierte Chemotherapie ansprechen (vollständig oder partiell).

Anwendung setzt Untersuchung voraus

Die Anwendung von Lynparza setzt voraus, dass eine Untersuchung auf Mutationen in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 in der Keimbahn vorgenommen wurde. Erst nach dieser Untersuchung steht fest, ob das Medikament Lynparza zur Krebstherapie bei der untersuchten Patientin geeignet ist oder nicht.

Abrechnung und Vergütung der neuen GOP

Die neue GOP 11601 ist eine Pauschale. Diese enthält die genetische Analyse der Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 sowie die Beurteilung nach der GOP 11302 (Zuschlag für Gemeinkosten und die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung und Befundung komplexer genetischer Analysen im individuellen klinischen Kontext bei seltenen Erkrankungen).

Fachärzte für Humangenetik, Fachärzte für Laboratoriumsmedizin und Vertragsärzte mit der Zusatzbezeichnung medizinische Genetik dürfen die GOP 11601 abrechnen. Die Leistung ist mit 20.570 Punkten (2260,05 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Die GOP 11601 bezieht sich nur auf die Untersuchung in der Keimbahn vor einer Behandlung mit Olaparib. Wird eine Mutation im Tumorgewebe untersucht, erfolgt die Abrechnung über die GOP 19456.

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