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Praxisnachrichten

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs: Vergütung steht fest

19.12.2019 - Zum Start des organisierten Programms für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs am 1. Januar werden im EBM mehrere neue Leistungen aufgenommen. Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss geeinigt. Damit steht nun auch die Höhe der Vergütung fest.

Es geht um das Primärscreening und die Abklärungsdiagnostik zum Zervixkarzinom, die ab dem kommenden Jahr nach der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) durchgeführt werden. Diese sieht für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren jährlich eine zytologische Diagnostik vor.

Neu für Versicherte ab dem Alter von 35 Jahren ist, dass sie alle drei Jahre Anspruch auf einen kombinierten Test (Zytologie + HPV-Test) haben. Diesen Test können ab Jahresbeginn auch die Frauen machen lassen, die 2019 oder 2018 nach den Vorgaben der bisherigen Richtlinie untersucht wurden. In den zwei Jahren zwischen den kombinierten Tests besteht zukünftig nur der Anspruch auf eine klinische Untersuchung (ohne Zytologie + HPV-Test).

Drei neue GOP für das Primärscreening

Nach dem Beschluss des Bewertungsausschusses erhalten Ärzte für die gynäkologische Untersuchung und Abstrichentnahme im Rahmen des Primärscreenings ab Januar 19,67 Euro (179 Punkte). Die Abrechnung erfolgt über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01761. Sobald die Dokumentation zum Programm mit gesondertem Beschluss in Kraft tritt und aufgenommen wird, steigt die Bewertung auf 23,73 Euro (216 Punkte).

Zwei weitere neue GOP gibt es für die Untersuchung der Abstriche im Primärscreening: Die GOP 01762 (81 Punkte / 8,90 Euro) für die zytologische Untersuchung und die GOP 01763 (171 Punkte / 18,79 Euro) für den HPV-Test. Letztere enthält den Nachweis der High-Risk-HPV-Typen sowie bei positivem Befund die Genotypisierung auf die besonders cancerogenen Typen 16 und 18.

Nicht Teil des Programms: GOP 01760

Für gynäkologische Untersuchungen ohne Abstrich, die Ärzte zwischen dem dreijährigen Untersuchungsintervall einmal jährlich (nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie und außerhalb des Programms) durchführen können, wird die GOP 01760 (159 Punkte / 17,47 Euro) in den EBM aufgenommen. Die bisherige GOP 01730 für die Krebs-Früherkennungsuntersuchung bei Frauen entfällt.

Neue Leistungen zur Abklärungsdiagnostik

Zur Abklärung auffälliger Befunde aus dem Primärscreening wird für die Abklärungsdiagnostik mit Abstrichentnahme die GOP 01764 (67 Punkte / 7,36 Euro) in den EBM aufgenommen. Die Entnahmematerialien werden der gynäkologischen Praxis vom zytologischen Labor zur Verfügung gestellt.

Die Abklärungskolposkopie nach der GOP 01765 dürfen nur Gynäkologen mit entsprechender Qualifikation und einer Abrechnungsgenehmigung durchführen. Die Untersuchung wird mit 72,30 Euro (658 Punkte) vergütet. Sobald die Dokumentation zum Programm startet, werden auch die Bewertungen der GOP 01764 und 01765 angepasst. 

Im Zusammenhang mit der Abklärungsdiagnostik werden für die zytologische Untersuchung die GOP 01766 (288 Punkte / 31,64 Euro), für den HPV-Test die GOP 01767 (171 Punkte / 18,79 Euro) und für die histologische Untersuchung die GOP 01768 (248 Punkte / 27,25 Euro) in den EBM aufgenommen.

Extrabudgetäre Vergütung

Sämtliche Leistungen zur Früherkennung eines Zervixkarzinoms und zur Abklärung auffälliger Befunde werden extrabudgetär vergütet.

Veranlassung HPV-Test auf Muster 39

Zur Dokumentation und Veranlassung der zytologischen Untersuchung wurde das Muster 39 überarbeitet und angepasst. Es wurde vereinbart, dass auch die Veranlassung und Abrechnung der HPV-Tests nach Abschnitt 1.7.3.2 EBM über das Muster 39 erfolgt.

Diese Besonderheit der abweichenden Vorgehensweise in der Veranlassung von Laborleistungen des Kapitels 32, die regelhaft nach Muster 10 veranlasst und abgerechnet werden, wurde in den Bundesmantelvertrag-Ärzte aufgenommen. Abschließende Beratungen über die weitere Vorgehensweise in der Veranlassung und Abrechnung der HPV-Tests der Krebsfrüherkennung werden Anfang 2020 geführt.

Zwei Programme weiterentwickelt

Das überarbeite Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist nach der Darmkrebsfrüherkennung bereits das zweite Programm, das zu einem organisierten Screening auf der Grundlage des Krebsfrüherkennungs- und registergesetzes weiterentwickelt wurde. 

Die Krankenkassen werden ab dem 1. Januar sukzessive Einladungen an anspruchsberechtige Frauen versenden. Diese dienen lediglich dazu, an die Untersuchung zu erinnern. Für die Untersuchung selbst wird die Einladung nicht benötigt.

Anfang Januar wird es eine Praxisinformation mit allen Details zu dem neuen Früherkennungsprogramm geben. Die PraxisNachrichten werden darüber informieren.

Die neuen GOP im Überblick

GOP Beschreibung Bewertung
Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und des Genitales gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie
01760 Klinische Untersuchung 159 Punkte / 17,47 Euro
Primärscreening zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme
01761 Klinische Untersuchung 179 Punkte/ 19,67 Euro
01762 Zytologische Untersuchung 81 Punkte / 8,90 Euro
01763 HPV-Test 171 Punkte / 18,79 Euro
Abklärungsdiagnostik zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme
01764 Abklärungsdiagnostik mit Abstrichentnahme 67 Punkte / 7,36 Euro
01765 Abklärungskolposkopie zur Abklärung auffälliger Befunde 658 Punkte / 72,30 Euro
01766 Zytologische Untersuchung 288 Punkte / 31,64 Euro
01767 HPV-Test 171 Punkte / 18,79 Euro
01768 Histologische Untersuchung 248 Punkte / 27,25 Euro

 

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