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Praxisnachrichten

Neue ASV-Indikationen: Lungentumoren und Sarkoidose

09.01.2020 - In die ambulante spezialfachärztliche Versorgung sind zwei neue Indikationen aufgenommen worden. Damit können künftig auch Patienten mit Lungentumoren und Sarkoidose in dem interdisziplinären Versorgungsbereich behandelt werden.  

Besonderer Krankheitsverlauf: Tumoren der Lunge und des Thorax

Das ASV-Team zur Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Tumoren der Lunge und des Thorax muss sich – wie bei allen onkologischen ASV-Erkrankungen – aus ambulanten und stationären Ärzten zusammensetzen.

Die Teamleitung kann ein Pneumologe, Hämatoonkologe oder Thoraxchirurg übernehmen. Diese Ärzte bilden auch das Kernteam, das noch um einen Strahlentherapeuten ergänzt wird. Werden im ASV-Team Patienten mit Herztumoren behandelt, muss dem Team zusätzlich auch ein Herzchirurg oder Kardiologe angehören.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gibt in der neuen Anlage 1.1a Tumorgruppe 5 zur ASV-Richtlinie zudem sächliche und organisatorische Anforderungen vor. Dazu gehören unter anderem Mindestmengen: So muss das ASV-Team pro Jahr mindestens 70 Patienten behandeln. Darüber hinaus gelten arztbezogene Mindestmengen analog zur Onkologie-Vereinbarung.

Seltene Erkrankung: Sarkoidose

Patienten, die an der seltenen Erkrankung Sarkoidose leiden, können künftig in der ASV von spezialisierten Teams aus Pneumologen und Rheumatologen behandelt werden.

Um an der ASV teilnehmen zu können, muss das Kernteam pro Jahr mindestens 50 Patienten mit Verdachts- beziehungsweise gesicherter Diagnose behandeln.

Zudem muss eine 24-Stunden-Notfallversorgung einschließlich einer intensivmedizinischen Behandlung möglich sein sowie eine Zusammenarbeit mit sozialen Diensten, physikalischer Therapie und Transplantationszentren (Lunge).

Ministerium prüft zunächst Beschlüsse

Das Bundesgesundheitsministerium hat jetzt zunächst zwei Monate Zeit, die Beschlüsse des G-BA vom 19. Dezember 2019 zu prüfen. Erst mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger können interessierte Ärzte ihre Teilnahme als ASV-Team beim erweiterten Landesausschuss anzeigen und nach Erhalt der Berechtigung mit der Behandlung beginnen.

ASV-Indikationen

In der ASV können aktuell Patienten mit den folgenden Erkrankungen behandelt werden:

Besonderer Krankheitsverlauf

  • Tumoren der Lunge und des Thorax
  • Hauttumoren
  • Urologische Tumoren
  • Rheumatologische Erkrankungen
  • Gynäkologische Tumoren
  • Gastrointestinale Tumoren / Tumoren der Bauchhöhle
  • Seltene Erkrankungen
  • Sarkoidose
  • Hämophilie

Ausgewählte seltene Lebererkrankungen

  • Morbus Wilson
  • Mukoviszidose
  • Pulmonale Hypertonie
  • Marfan-Syndrom
  • Tuberkulose

Geplant für 2020

Aktuell berät der Gemeinsame Bundesausschuss über neuromuskuläre Erkrankungen als weitere seltene Erkrankung für die ASV und über Kopf-Hals-Tumoren.

ASV: Interdisziplinär in Praxen und Kliniken

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung ist ein Versorgungsbereich für Patienten, die an einer seltenen oder schweren Erkrankung mit besonderem Krankheitsverlauf leiden. Interdisziplinäre Teams aus Praxis- und Klinikärzten übernehmen die ambulante hochspezialisierte Behandlung.

Wie der Versorgungsbereich funktioniert, regelt die ASV-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. In den Anlagen werden die allgemeinen Regeln für jede ASV-Indikation konkretisiert.

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