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Reform der Notfallversorgung

Gassen zur Reform der Notfallversorgung: "Es geht nur zusammen"

16.01.2020 - Die ambulante und stationäre Notfallversorgung soll besser verzahnt werden. Der aktuelle Referentenentwurf sieht dazu integrierte Notfallzentren an Krankenhäusern vor. Damit sei „ein Schritt in die richtige Richtung getan“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen. Denn die Versorgung von Notfällen gelinge nur zusammen.

Den niedergelassenen Ärzten sei klar, dass Patienten, die beispielsweise einen Schockraum oder eine Stroke Unit brauchten, in der Hoheit der Krankenhäuser behandelt werden, sagte Gassen und fügte hinzu: „Es geht nicht darum, dass es hier Kompetenzgerangel geben soll.“

Gassen: Wir wollen nicht den Schockraum besetzen

Die Niedergelassenen wollten auch keinen Einfluss auf die Schockraum-Gestaltung oder Schockraum-Besetzung nehmen, betonte Gassen im Interview mit KV-on. Da sei manches missverständlich aufgenommen worden, was sich aber in der innerärztlichen Diskussion sehr schnell ausräumen lasse.

Der KBV-Chef betonte, er nehme die Stimmen der Ärzteschaft, ob nun ambulant oder stationär, sehr ernst. „Hier geht es nur zusammen, da werden wir uns abstimmen müssen, das haben wir im Vorfeld auch getan“, hob er hervor.

„Ich glaube in der Sache sind wir uns da sehr nahe und organisatorische Dinge sind zu regeln“, sagte er und stellte klar: „Es geht nicht um die Dominanz des einen Sektors über den anderen. Es geht um praktikable Lösungen und das Abarbeiten von medizinischen Erfordernissen in der jeweils richtigen Versorgungsebene. Das kriegen wir, glaube ich, medizinisch gelöst.“

Regionale Lösungen müssen möglich sein

Der Entwurf, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vergangene Woche zur Reform der Notfallversorgung vorgelegt hat, sieht bundesweite Vorgaben vor. „Gleichzeitig aber muss die Notwendigkeit gesehen werden, dass es immer regionale Lösungen brauchen wird“, betonte Gassen.

Dabei gebe es sowohl zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) als auch innerhalb Unterschiede, die bei der Reform der Notfallversorgung berücksichtigt werden müssten.

„Wenn wir eine KV haben, die großstädtische Bezirke und ländliche Bereiche hat, dann werden die eine andere Lösungsoption für den ländlichen Raum anbieten müssen als für die Großstadt, und ich glaube, dafür muss der Gesetzesentwurf dann auch die notwendige Beinfreiheit in der Ausgestaltung auch der INZs geben“, sagte Gassen. „Ganz wichtig ist, dass nicht die Fantasien eines dritten Sektors wirklich aufflackern, das braucht kein Mensch.“

INZ unter fachlicher Leitung der KV

Nach monatelangen Diskussionen um die Notfallversorgung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vergangene Woche einen Entwurf zur Notfallgesetzgebung vorgelegt. Eine wesentliche Maßnahme ist die Einrichtung von Integrierten Notfallzentren, kurz INZ, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam mit den Krankenhäusern betrieben werden, unter fachlicher Leitung der jeweiligen KV.

Die KBV setzt hierbei auf eine gute Kooperation mit den Krankenhäusern. „Insbesondere die kollegiale Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten an den Krankenhäusern ist uns wichtig“, sagte Gassen.

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