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Praxisnachrichten

Ausgabestopp aufgehoben - Ärzte können in Kürze wieder Praxisausweise bestellen

23.01.2020 - Der Ausgabestopp bei elektronischen Praxisausweisen wurde aufgehoben. Ärzte und Psychotherapeuten können spätestens ab Anfang nächster Woche wieder Ausweise bestellen. Auch die Bearbeitung bereits beantragter Karten kann nach dem neuen Identifizierungsverfahren fortgesetzt werden.

Die gematik – die Betreibergesellschaft für die elektronische Gesundheitskarte – hatte Ende Dezember die Ausgabe der Praxisausweise (SMC-B-Karten) vorsorglich gestoppt, nachdem Defizite beim Ausgabeprozess bekannt geworden waren.

„Wir begrüßen, dass die Ausgabe der Praxisausweise zügig wiederaufgenommen werden kann“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel den PraxisNachrichten. Denn die Karten werden für den Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) benötigt. Die Ärzte sind gesetzlich verpflichtet, sich an die TI anzuschließen.

Zusätzliche Identifizierung

Um einen Missbrauch der Praxisausweise zu verhindern, wurde festgelegt, dass die Kartenhersteller die Ausweise ab sofort nur noch an Adressen ausliefern dürfen, die bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) hinterlegt sind.

Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme schreibt die gematik außerdem eine Identifizierung des Antragstellers vor. Diese erfolgt entweder über die Anmeldung des Arztes oder Psychotherapeuten im Mitgliederportal seiner Kassenärztlichen Vereinigung, wenn er darüber den Praxisausweis bei einem der drei Kartenhersteller bestellt (einige KVen bieten das an). Anderenfalls ruft die KV in der Praxis an und lässt sich die Bestellung bestätigen. Dazu wird die Antragsnummer abgefragt.

Zugang zur TI nur mit SMC-B-Karte

Ärzte und Psychotherapeuten benötigen die SMC-B-Karte, um sich als medizinische Einrichtung in der TI zu identifizieren. Sie kommen nur mit der Karte in das Gesundheitsnetz.

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA), der auch von dem Ausgabestopp betroffen war, ist für den Zugang zur TI nicht erforderlich, wohl aber für bestimmte Anwendungen wie den elektronischen Arztbrief. Auch der eHBA kann inzwischen wieder bestellt und ausgeliefert werden.

Elektronischer Praxisausweis

Was Praxen zur neuen Regelung wissen sollten

  • Ärzte und Psychotherapeuten müssen sich als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme identifizieren. Deshalb sollten sie den Praxisausweis möglichst über das Mitgliederportal ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) bestellen, sofern die KV eine Vorbefüllung der Formulare anbietet. Damit identifizieren sie sich als berechtigte Antragsteller, und die Karte kann ausgeliefert werden. Zudem spart es Zeit und erleichtert die Antragstellung, weil der Antrag gleich die Stammdaten enthält, die bei der KV hinterlegt sind.
  • Wer die Portallösung nicht wählt, muss gegenüber seiner KV telefonisch bestätigen, dass er eine SMC-B-Karte bestellt hat. Nur dann darf die Karte ausgeliefert werden. Dazu wird er von einem KV-Mitarbeiter angerufen. Dieser fragt im Telefonat die Antragsnummer ab, die die Praxis bei der Bestellung der Karte vom Anbieter erhalten hat.
  • Bestellte Praxisausweise werden ausschließlich an die Adresse geliefert, die in der KV hinterlegt ist. Das ist in der Regel die Praxisadresse. Bei einer der KV nicht bekannten Anschrift darf der Antrag nicht genehmigt werden.

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