Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

DMP für Osteoporose-Patienten auf den Weg gebracht

06.02.2020 - Für Patienten mit einer medikamentös behandlungsbedürftigen Osteoporose ist jetzt ein neues Disease-Management-Programm aufgelegt worden. Es richtet sich an Frauen ab 50 und Männer ab einem Alter von 60 Jahren.

Ziel des neuen Disease-Management-Programms (DMP) ist es insbesondere, Knochenbrüche zu vermeiden und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Die Programminhalte sowie die Teilnahmekriterien hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) festgelegt. Der Beschluss dazu wird aktuell vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geprüft.

Inhalte des Programms

Die Empfehlungen für die spezifische medikamentöse Therapie der Osteoporose sind differenziert für Männer sowie für Frauen nach der Menopause formuliert. Zudem beinhaltet das DMP Patientenschulungen, die Ermittlung des Sturzrisikos und das Angebot von Funktionstraining oder Rehabilitationssport.  

Wissenschaftliche Grundlage des neuen DMP bilden nationale und internationale Leitlinien, die in der Leitlinienrecherche des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zusammengefasst sind.

Nichtbeanstandung des BMG abwarten

Bei Nichtbeanstandung des Beschlusses durch das BMG treten die Anforderungen an das neue DMP Osteoporose in Kraft. Im Anschluss können die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen vor Ort in Vertragsverhandlung treten. Dort werden weitere Details geregelt, unter anderem die Vergütung. Wenn das erfolgt ist, steht das neue DMP den Patienten zur Verfügung.

Seit Einführung der Disease-Management-Programme vor über 15 Jahren nehmen aktuell mehr als sieben Millionen Menschen daran teil. Mit dem DMP Osteoporose gibt es nunmehr Programme für zehn Krankheiten.

Fakten zu den Disease-Management-Programmen

  • Ein Disease-Management-Programm (DMP) ist eine spezielle Organisationsform zur medizinischen Behandlung und Betreuung chronisch kranker Menschen.
  • DMP sollen die Versorgungsqualität verbessern durch einheitliche, wissenschaftlich gesicherte Vorgaben und Empfehlungen hinsichtlich Diagnostik und Therapie, eine intensive ärztliche Kooperation und die Stärkung der Patientenkompetenz.
  • Die behandelnden Ärzte verpflichten sich zur Kooperation und dokumentieren den Behandlungsverlauf und die Behandlungsergebnisse für ihre Patienten – auf dieser Datenbasis erhalten sie regelmäßig Feedback-Berichte zu ihren Patienten.
  • Jedes DMP gibt spezifische Qualitätsziele zur medizinischen Betreuung der Patienten vor.
  • Die Anforderungen an die DMP sind in der DMP-Anforderungen-Richtlinie des G-BA festgelegt.

Bislang sind bundesweit DMP für Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Diabetes Typ 1 und 2, koronare Herzkrankheit (KHK) und Brustkrebs in der Versorgung umgesetzt. Für Herzinsuffizienz, Depression und chronischem Rückenschmerz liegen jeweils DMP-Anforderungen in der G-BA-Richtlinie vor, die Umsetzung steht derzeit noch aus.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten