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Rückruf Emerade: Ersatzverordnung kennzeichnen

27.02.2020 - Für das kürzlich zurückgerufene Arzneimittel Emerade Fertigpens haben sich KBV und GKV-Spitzenverband auf eine Regelung für die Ersatzverordnung geeinigt. Danach darf auf dem Rezept nur das Arzneimittel verordnet werden, das das zurückgerufene ersetzt.

Über der Verordnungszeile muss der Arzt „Ersatzverordnung wegen Rückruf Emerade“ vermerken. Für den Patienten ist diese erneute Verordnung zuzahlungsfrei.

Ersatzverordnungen gelten als Praxisbesonderheit

Die Kennzeichnung des Rezeptes ist wichtig, damit die Kosten für das neu verordnete Medikament nicht bei einer eventuellen Wirtschaftlichkeitsprüfung zu Buche schlagen. Denn laut Gesetz ist eine Verordnung als Praxisbesonderheit zu berücksichtigen, wenn sie aufgrund eines Rückrufs oder eines Lieferengpasses noch einmal erfolgen muss. Voraussetzung hierfür ist die entsprechende Kennzeichnung. 

Diese Neuregelung geht auf das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung zurück, das im August 2019 in Kraft trat. 

KBV und GKV-Spitzenverband sind derzeit dabei, eine entsprechende Regelung für Ersatzverordnungen im Bundesmantelvertrag für Ärzte – einschließlich der automatisierten Bedruckung durch die Verordnungssoftware – zu verankern. Da die Gespräche dazu noch laufen, war für Emerade eine Übergangsregelung notwendig geworden.

Rückruf wegen gelegentlichem Aktivierungsfehler 

Die Emerade Fertigpens für Allergiker wurden zurückgerufen, weil teilweise bei der Anwendung ein Aktivierungsfehler aufgetreten ist. Patienten sollen ihre Fertigpens aber nur dann in der Apotheke zurückgegeben, wenn sie einen alternativen Adrenalin-Autoinjektor zur Verfügung haben. Ansonsten sollen weiterhin zwei Emerade Fertigpens mitgeführt werden.
 

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