Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Versorgungsatlas: Hypertonie immer häufiger - vor allem im Osten

05.03.2020 - Die Diagnose Hypertonie wurde in den vergangenen Jahren immer häufiger gestellt, vor allem im Osten. Zwischen 2009 und 2018 stieg die Zahl der gesetzlich versicherten Patienten mit dieser Diagnose von fast 17 auf gut 19 Millionen an. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas.

Ein Grund für die Zunahme sei der gewachsene Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung der Bundesrepublik, teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mit. Die neue Versorgungsatlas-Studie des Zi wurde gestern in Berlin veröffentlicht.

Regionale Unterschiede

Die höchsten Anteile an Erkrankten gibt es laut Studie in den ostdeutschen Regionen. Insgesamt sei die Hypertonie in Ostdeutschland mit 36 Prozent (ohne Berlin sind es 23 Prozent) deutlich häufiger diagnostiziert worden als in Westdeutschland. Dort habe die Quote im Jahr 2018 bei 25 Prozent gelegen. 

Allerdings sei der Anteil älterer Menschen unter den gesetzlich Versicherten in Ostdeutschland auch höher als in Westdeutschland. Der Unterschied verringere sich auf 6 Prozentpunkte, wenn die Berechnung der Anteile Erkrankter um den Einfluss der unterschiedlichen Altersstruktur zwischen West und Ost korrigiert werde. Dann liegt er laut Studie im Westen bei 24 Prozent und im Osten bei 30 Prozent.

Unter anderem Abrechnungsdaten ausgewertet

Für die Studie haben die Wissenschaftler zahlreiche Daten ausgewertet. Die jährliche Diagnoseprävalenz ist auf Basis krankenkassenübergreifender vertragsärztlicher Abrechnungsdaten für die Jahre 2009 bis 2018 auf Bundesebene, pro Bereich der Kassenärztlichen Vereinigungen und nach Kreisen ermittelt worden. 
Als prävalent galten Patienten, die in mindestens zwei Quartalen eines Kalenderjahres eine als gesichert codierte Hypertonie-Diagnose aufwiesen (M2Q-Prävalenz). 
 

Versorgungsatlas

Der Versorgungsatlas ist eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Er wurde institutionalisiert als öffentlich zugängliche Informationsquelle mit Studien zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Schwerpunkt der Studien sind regionale Unterschiede in der Versorgung sowie deren unterschiedliche Strukturen und Abläufe.

Die Analysen sollen Anhaltspunkte liefern, wie die Versorgung verbessert werden kann. In Foren kann jeder Beitrag öffentlich diskutiert werden. Die Analysen der Wissenschaftler des Versorgungsatlas basieren auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland.
 

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten