Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Apotheker dürfen Desinfektionsmittel herstellen

05.03.2020 - Ab sofort dürfen die Apotheken in Deutschland bestimmte Desinfektionsmittel für die Hände herstellen. Damit wird auf den Lieferengpass infolge der Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Dies hat die Bundesstelle für Chemikalien entschieden und eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen.

Biozidprodukte zur Händedesinfektion unterliegen nach der EU-Biozidverordnung einer Zulassungspflicht. Entsprechende Produkte können daher nicht ohne Weiteres in der Apotheke hergestellt werden. 

Es gibt allerdings die Möglichkeit einer Ausnahme, befristet für maximal 180 Tage, wenn eine Gefahr unter anderem für die öffentliche Gesundheit besteht. Einen solchen Ausnahmefall hat die Bundesstelle für Chemikalien jetzt festgestellt.

In der Allgemeinverfügung wird ausgeführt, dass infolge der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland verstärkt Desinfektionsmittel für Hände nachgefragt werden, diese jedoch praktisch nicht mehr erhältlich sind. 

Der Bedarf an entsprechenden Produkten ergebe sich aus der eingetretenen Knappheit und dem wachsenden Erfordernis, der Ausbreitung von Infektionen mit dem neuen Coronavirus – auch durch Präventionsverhalten der breiten Bevölkerung – entgegenzutreten.
 

Die Allgemeinverfügung gilt für die Herstellung und das Inverkehrbringen durch Apotheken und die pharmazeutische Industrie in Deutschland zur Verwendung durch die breite Öffentlichkeit der folgenden, von der WHO empfohlenen Formulierung eines Mittels zur Händedesinfektion:

2-Propanol 99,8 Prozent (V/V) 75,15 Milliliter
Wasserstoffperoxid 3 Prozent (V/V) 4,17 Milliliter
Glycerol 98 Prozent (V/V) 1,45 Milliliter
Gereinigtes Wasser ad 100,00 Milliliter

Zudem gilt sie für:

2-Propanol-Wasser-Gemisch 70 Prozent (V/V) 

Die Ausnahmeregelung gilt befristet bis zum 31. August 2020. Sie kann jederzeit durch die Bundesstelle für Chemikalien widerrufen werden.
 

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten